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Umwelt

Gen-Mais: Aussaat im Biosphärenreservat blockiert

Der Versuch, eines Landwirts auf seinem Acker genveränderten Mais auszusäen, ist vorerst gescheitert.

(Laase, Landkreis Lüchow-Dannenberg +karte+) Mehrere Gentechnik-Gegner blockierten den Traktor des Landwirts derart, dass er die Aussaat abbrach, um "niemanden zu verletzen", wie ein Mitarbeiter von Landwirt Riebau erklärte. Die bereits ausgebrachte Saat wurde anschließend von GVO-Gegnern Körnchen für Körnchen wieder eingesammelt.

Nachdem sich mehrere Trecker dem seit 1. Mai besetzten Acker genähert hatten, wurde die Alarmliste der Aktivisten ausgelöst. Zwar konnte auf einem Teil der Fläche – abseits der besetzten Türme auf dem Acker – mit der Aussaat begonnen werden, doch schon nach kurzer Zeit wurde die Aussaat durch eine Blockadeaktion gestoppt. Nachdem immer mehr Menschen sich auf dem Acker versammelt hatten, verzichtete Bauer Riebau auf eine weitere Aussaat. „Wir haben das Feld verlassen, weil wir niemand verletzen wollten,“ so Riebaus Schwiegersohn in spe und Mitarbeiter Carsten Bader. „Es waren zu viele Menschen, aber auch Kinder auf dem Acker. Deswegen haben wir die Saataktion zunächst abgebrochen.“ Das bedeute aber keinen Verzicht auf die Genmais-Aussaat. „Wir werden weiter machen“, so Bader.

„Wir sind einerseits wütend und enttäuscht darüber, dass Riebau auf alle Appelle nicht hören will und nun versucht, seine Genmaispläne mit dem Kopf durch die Wand durchzusetzen. Andererseits hat sich heute gezeigt, dass der Gentechnikkonzern Monsanto und seine Helfershelfer kaum eine Chance haben werden, ihre Pläne hier im Wendland umzusetzen“, so Katja Tempel vom Bündnis gentechnikfreies Wendland. „Unser Widerstand wird mit dem heutigen Tag nicht enden, sondern erst richtig losgehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass auch nur eine einzige Genmaispflanze bis zum Pollenflug wird wachsen können. Dazu sind die mit der Gentechnik verbundenen Gefahren einfach zu groß.“ Folgerichtig waren am späten Nachmittag Aktivisten damit beschäftigt, die ausgebrachten Maiskörner wieder einzusammeln. Vor Einbruch der Dunkelheit verliessen die Körnchen-Sammler freiwillig, ohne von der Polizei vom Acker verwiesen worden zu sein.

Die Gentechnik-Gegner kündigten an, dass die Besetzungsaktion auf dem Acker und die Mahnwache am Elbdeich weitergehen werden. Weitere Aktionen sind in Vorbereitung.

Bei der EU liegt eine schriftliche Anfrage der europäischen Fraktion der Grünen (EFA) zur Rechtmässigkeit der Aussaat von genverändertem Mais im Biosphärenreservat vor. Noch liegt keine Antwort vor.

 


Foto: Andreas Conradt



von pm/ac/asb/r2d2, 2008-05-20 21:24
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