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Vom Atmen unter Wasser

--2008 entstand dieses feinnervige Familiendrama mit Andrea Sawatzki und Adrian Topol. Am Freitag sind Regisseur Winfried Oelsner und Drehbuchautorin Lisa-Marie Dickreiter im Wendland-Kino in Lüchow zu Gast.

Mit sieben Jahren beschließt Simon, seine kleine Schwester Sarah für immer loszuwerden. Er setzt sich mit der Dreijährigen in einen Linienbus und steigt bei der nächsten Haltestelle aus. Sarah fährt winkend davon. Endlich, so hofft Simon, ist er wieder mit seinen Eltern allein. Doch seine Freude währt nicht lange: Bereits eine Stunde später wird Sarah nach Hause gebracht.  Vierzehn Jahre später ist Simon (21) tatsächlich wieder das einzige Kind seiner Eltern. Sarah (17) wurde brutal vergewaltigt und ermordet. Simons Leben liegt in Trümmern: Seine Mutter Anne (44) kommt über den Verlust ihres Lieblingskindes nicht hinweg und begeht kurz vor Sarahs erstem Todestag einen Selbstmordversuch.

Außer sich vor Sorge bittet sein Vater Jo (47) ihn, sein Medizinstudium zu unterbrechen und wieder zu Hause einzuziehen. Ausgerechnet Simon soll nun auf seine depressive Mutter aufpassen. Nur widerwillig kommt er dieser Bitte nach, und schon bald werden seine Befürchtungen wahr: Das Zusammenleben mit seiner Mutter verschlimmert sich von Tag zu Tag.

"Vom Atmen unter Wasser" konnte mehrere Publikumspreise wie zum Beispiel beim Internationalen Filmwochenende in Würzburg gewonnen. Ausserdem hat die Filmbewertungsstelle Wiesbaden das aufwühlende Drama mit dem „Prädikat besonders wertvoll“ ausgezeichnet. In der Begründung der Jury heisst es: "Ein ermordetes 16jähriges Mädchen - eine Tragödie, die ein Jahr danach immer noch anhält. Andrea Sawatzki stellt ihr Talent beeindruckend unter Beweis, sie spielt ihre Rolle ausdrucksstark und intensiv. Aber auch ihre Schauspielerkollegen stehen ihr in nichts nach. Die Ohnmacht der Trauer der Familie geht unter die Haut. Ohne Stellung zu beziehen für einen der Hinterbliebenen, zieht sich die schwarze Dramaturgie konsequent durch den Film. Authentisch, einfühlsam, fesselnd, tragisch - ein Film, der aufwühlt und lange nachhallt.

Da der Film bis heute keinen Verleih gefunden hat, ist die Aufführung in Lüchow eine der wenigen Gelegenheiten, das Drama auf der Kinoleinwand zu erleben.

Zum Regisseur: Winfried Oelsner wurde 1972 in Marl geboren. Nachdem er in Köln Film- und Fernsehwissenschaft studiert hatte, absolvierte er ein Regiestudium an der Filmakademie Baden-Württemberg. Heute lebt Oelsner in Berlin.

Wann? Freitag, 27. Februar 2009, 20:30 Uhr
Wo? Wendland-Kino, Lüchow

Foto: Andrea Sawatzki als depressive Mutter / av independents Film & TV GmbH



von asb, 2009-02-26 14:03
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