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Castor+Gorleben

30 Jahre Widerstandsgeschichte

--Noch vor 15 Jahren verbot der damalige Oberkreisdirektor Klaus Poggendorf per hausinterner Anweisung, jegliche Zusammenarbeit mit der "widerstandsdominierten" Kulturellen Landpartie. Am 08. Mai wird nun eine Plakatausstellung über den Widerstand im Wendland eröffnet - mit einer Lesung von Klaus Poggendorf und Marianne Fritzen.

Moderiert wird die Veranstaltung „Was hat uns bewegt“ vom Lüchower Propst, Stephan Wichert-von Holten.

Marianne Fritzen
ist Mitbegründerin der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, führte lange Jahre deren Vorsitz, war als „Grüne“ Mitglied in verschiedenen Kommunalparlamenten und geht auch mit 85 Jahren weiterhin gegen Gorleben auf die Straße. Klaus Poggendorf war von 1978-1996 Oberkreisdirektor des Landkreises Lüchow-Dannenberg, erlebte die Auseinandersetzungen um Gorleben nicht nur hautnah, sondern war als Chef der Kreisverwaltung durch eine Vielzahl von Entscheidungen in den Streit um die Standortbenennung für atomare Anlagen im Wendland involviert.

In dem Buch „ÜberMacht & Phantasie“, Geschichte(n) des Gorleben Widerstands, von Susanne Kamien und Max Rheinländer, berichtet Marianne Fritzen in Interviewform über ihre Erlebnisse zum Thema Gorleben und ihre damit verbundene eigene Geschichte in der politischen Auseinandersetzung. Klaus Poggendorf, Autor der Dokumentation „Gorleben – Der Streit“ beschreibt in seinem Buch, wie es zur Standortbenennung Gorlebens für ein „Nukleares Entsorgungszentrum“, sowie zu der Ansiedlung nuklearer Entsorgungsanlagen kam, die parlamentarischen Auseinandersetzungen und Entscheidungen im Landkreis Lüchow-Dannenberg und aus seiner Sicht, deren Auswirkungen bis zum heutigen Tage.

Fritzen und Poggendorf kennen sich vom Anbeginn des Gorleben-Konfliktes. Sie begegneten sich als Vertreterin der „Grünen“ im Kreistag und als Verwaltungschef des Landkreises, als Antragstellerin für die Veranstaltung einer Demonstration und als Entscheidungsträger über deren Verbot oder Genehmigung, sowie als ehemalige Nachbarn an ihrem gemeinsamen Wohnort in Kolborn.

Unter der Moderation von Stephan Wichert-von Holten lesen die beiden Protagonisten aus ihren Büchern, diskutieren ihre Sichtweise und Interpretationen der Gorleben-Geschichte und stellen sich den Fragen des Publikums.

Öffnungszeiten:
Die Ausstellung „30 Jahre Widerstandsgeschichte“ ist bis zum 11. Juni 2009 montags bis donnerstags von 8.30 bis 16.00 und freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr im Kreishaus zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Foto: 30. Geburtstag der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg/Markus Golletz



von asb, 2009-05-02 20:38
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