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Altersarmut: Immer mehr Renten-Jobber in Lüchow-Dannenberg

--Rentner im Un-Ruhestand: Im Kreis Lüchow-Dannenberg müssen immer mehr Rentner arbeiten. Sie sind zum Jobben gezwungen, weil ihre Rente nicht reicht. Darauf haben die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) aufmerksam gemacht. Sie sprechen von einer „alarmierenden Entwicklung“ und nennen Fakten: In den vergangenen Jahren habe die Zahl der Rentner mit Mini-Jobs im Kreis Lüchow-Dannenberg um rund 12 Prozent zugenommen.

Schon 2003 verdienten 347 Rentner durch eine geringfügige Beschäftigung dazu. Vier Jahre später gab es bereits 389 Renten-Jobber – und damit gut 40 „Senioren-Arbeiter“ mehr. Ver.di und NGG berufen sich dabei auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.

Um diese Entwicklung zu stoppen, fordern die beiden Gewerkschaften die schnelle Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns von 7,50 Euro pro Stunde. Dieser müsse dann jedoch rasch auf 9 Euro steigen. Nur der Mindestlohn könne künftigen Rentnern ausreichende Altersbezüge sichern.

„Wer als Rentner arbeitet, der macht das in der Regel nicht aus Spaß. Es ist meistens die pure Not, die ältere Menschen dazu zwingt. Sie sind auf den Job neben der Rente schlichtweg angewiesen“, sagt Jürgen Langmach. Der Geschäftsführer der NGG-Region Lüneburg befürchtet, dass die Zahl der Senioren, die von ihrer Rente allein nicht mehr leben können, in den kommenden Jahren drastisch zunehmen werde. „Wer heute schon zu wenig verdient, um über die Runden zu kommen, für den ist das leere Portemonnaie im Alter vorprogrammiert“, so Langmach. Die Lohnarmut von heute sei die Altersarmut von morgen.

„Das größte Problem dabei sind Dumpinglöhne. Mit einem viel zu niedrigen Einkommen lässt sich keine existenzsichernde Rente aufbauen. Von einer privaten Altersvorsorge ganz zu schweigen“, sagt Achmed Date. Der Geschäftsführer vom ver.di-Bezirk Lüneburger Heide macht deutlich, dass Vollzeitbeschäftigte ein Einkommen benötigten, das ihnen später auch eine ausreichende Rente sichere.

„Genau deshalb brauchen wir einen gesetzlichen Mindestlohn“, erklärt Jürgen Langmach. Auch eine Mehrheit der Bevölkerung halte einen gesetzlichen Mindestlohn für erforderlich. Dies könne die neue schwarz-gelbe Bundesregierung nicht ignorieren. Der Mindestlohn müsse ganz oben auf der politischen Tagesordnung stehen. Ver.di und NGG fordern Beschäftigte mit einem Stundenlohn von unter sechs Euro auf, ihre Dumpinglöhne zu melden – per Internet unter: www.dumpinglohn.de.

Foto: verd.i/ Philipp Schröppel


von asb, 2009-10-16 11:55
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Jein
Letzteres befürchte ich zwar auch. Weil für diese Bevölkerungsschicht die CDU eine Art Sicherheit bedeutet oder bedeutete (mein Opa sagte z. B. immer, die SPD könne nicht wirtschaften). Aber ich will den Rentnern nicht die Schuld an diesem Wahldilemma geben, denn wenigstens kenne ich ein paar ältere Herrschaften, die der Christlich D..tülelü schon abgeschworen haben. Hauptsächlich allerdings wegen Gorleben.

von: Frustriert  

Verwundert?
Guter Bericht, aber warum haben dann bei der Wahl die CDU und FDP gewonnen?

Keiner will diese Parteien gewählt haben, aber sind es nicht die Rentner, die seit Jahrzehnten die "Adenauer-CDU" wählen gehen?

Sicher sind es nicht alle Rentner, aber mit ziemlicher Sicherheit sehr viele hier in Deutschland.

von: Ich  

Nur ein dummes Kalb wählt seinen Schlächter selbst
Ja ja... das Wort "Gesetzlicher Mindeslohn" löst bei Angie ja bekanntermaßen Brechreiz aus. Eigentlich sollte das jeder vor der Wahl gewusst haben. Und der Reiter auf dem Weißen Pferd, ach nee, korrigiere: gelben Pferd, der viele naive Wähler mit seinen Versprechen geködert hat, wird diese auch nicht einhalten können.

Wo sind wir eigentlich mittlerweile
und wie sind wir dahin gekommen?
Menschen gehen ihr Leben lang arbeiten, zahlen in die Rentenkasse ein und können dann im Alter nicht einmal davon angemessen leben.
Menschen leisten Akkordarbeit, die nur als normale Arbeit bezahlt wird.
Menschen gehen zusätzlich nachts und am Wochenende arbeiten und erhalten dafür keine Sonderzuschläge, sondern die üblichen paar Kröten.
Menschen nehmen stundenlange Anfahrtszeiten in Kauf, um zu ihrer Arbeitsstätte zu gelangen (weil sie so froh sind, überhaupt Arbeit zu haben).
Menschen lassen sich von ihren Arbeitgebern mies behandeln und überwachen.
Manche Menschen arbeiten genau so viel wie andere, aber weil sie im Gegensatz zu ihren Kollegen über eine Zeitarbeitsfirma angestellt sind, können sie mit dem Lohn nicht einmal ihre Familie ernähren.

Und manche Menschen, die krank geschrieben werden müssen (weil sie ein Gebrechen haben, nicht zu verwechseln mit einem Schnupfen), werden von ihrem Arbeitgeber gezwungen, den gelben Schein wegzuwerfen und für die Dauer der Krankschreibung die aufgelaufenen Überstunden wegzustreichen. Gegenwehr vom Arbeitnehmer ist nicht zu erwarten - wer setzt schon seinen Job aufs Spiel im Kampf mit dem Brötchengeber. Dieser nette Arbeitgeber ist übrigens hier im Landkreis in der Baubranche zu finden.

SO sieht das aus!

von: Frustriert  

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