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Schule - die beste Zeit des Lebens?

--Ein Weihnachtsmärchen gibt es dieses Jahr im Café Grenzbereiche nicht. Aber die Theatergruppe des Kulturvereins hat in achtmonatiger Arbeit ein Stück entwickelt: über Schule, neue Freundschaften, alte Zickereien ... und was Mädchen in der Schule sonst noch beschäftigt. Am Mittwoch war die erste Schulvorstellung ...

Eigentlich ist die Theatergruppe des Kulturvereins Platenlaase offen für jedermann - für jung und alt, Jungen und Mädchen. Doch in diesem Jahr ergab es sich, dass in der Gruppe, die nun Premiere hatte, nur Mädchen Theater spielen wollten - und eine Erwachsene. Doch immerhin: so viele Theater-Interessierte gab es dieses Jahr, dass der Kulturverein sich entschloss, zwei Gruppen zu bilden. Die andere Gruppe mit ihrer Regisseurin Kerstin Wittstamm hatte bereits vor einiger Zeit mit ihrem Stück "Das besondere Leben der Hilletje Jans" Premiere.

Nun hatte am Mittwoch die "zweite" Gruppe mit ihrem Schulstück "Die beste Zeit des Lebens" ihren ersten Auftritt. Zwischen 8 und über 40 Jahre sind die Mitglieder des Ensembles alt - eine Herausforderung für Regisseurin und Anleiterin Caroline Serafin, die die Theatergruppe seit Jahren leitet. Acht Monate dauerte es, bis alle Mitspielerinnen Texte entwickelt und sich auf einen Ablauf geeinigt hatten, um dann in wochenlanger Arbeit die Inszenierung einzustudieren.

Um Schülerinnen-Alltag dreht sich das Stück, vollständig selbst entwickelt von den Spielerinnen, um "verdammt frühes" Aufstehen, sich Zurechtfinden in einer neuen Klasse, Neid und Angst, Verrat der besten Freundin - eben all die Themen, die einen zwischen acht und 18 Jahren beschäftigen.

Von Caroline Serafin in einprägsame Bilder umgesetzt, spielten die neun jungen Schauspielerinnen - zuerst noch etwas schüchtern - mit lebendiger Spielfreude die kleinen Szenen aus ihrem Alltag. Wer fühlt nicht mit, wenn die jungen Mädchen mit unsinnigen Fragen wie "Wie lang ist die Wuppertaler Schwebebahn?" oder der Berechnung Klausens Resttaschengeld geradezu "bedroht" werden - wie es die Hausmeisterin im Stück mitfühlend bemerkte.

Und wenn die neue Mitschülerin träumt, ein einziges Mal die umschwärmte "Dancing Queen" zu sein, dann staunt man nicht nur über die eleganten Bewegungen der Tänzerin, sondern erinnert sich unwillkürlich an seine eigenen, vielleicht längst vergessenen Sehnsüchte.

In dieser Hinsicht ist die Schulzeit vielleicht wirklich die "beste Zeit des Lebens" - wenn Träume und Sehnsüchte noch zum Alltag gehören und man auf möglichst wenige verzichten möchte. Wie sagte die Hausmeisterin noch im Stück zu der verknöcherten Lehrerin: "Hör den Kindern einmal zu, lern von ihnen - überhaupt: mach Dich mal locker!"

Fotos: Angelika Blank

 



von Angelika Blank , 2009-12-09 21:15
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