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Lesung: Anständig essen - ein Selbstversuch

„Vom ersten Januar an würde ich aus meinen alten Kaufgewohnheiten aussteigen und mich nur noch meiner Überzeugung entsprechend ernähren. Doch was war eigentlich meine Überzeugung?“ Karen Duve wollte es wissen: insgesamt ein halbes Jahr lebte sie konsequent nach verschiedenen Ernährungskonzepten. Daraus entstand ihr neuestes Buch "Anständig essen - ein Selbstversuch", aus dem sie am 3. Juli im Ratskeller Lüchow liest.

-- Die Autorin Karen Duve lebte auf ihrem brandenburgischen Hof ein tierreiches, aber - was die Ess- und sonstigen Gewohnheiten anging - ganz normales Leben mit einer Vorliebe für Cola light und Hähnchen-Grillpfanne aus dem Supermarkt. Bis eine neue Mitbewohnerin ihr die eigene Inkonsequenz vor Augen führte und bohrende Fragen aufwarf: Karen Duve wusste von Massentierhaltung und den negativen Folgen des überzogenen Fleischkonsums. Aber warum hatte dieses Wissen keinerlei Auswirkungen auf ihr Konsumverhalten? Wie viel gönnte sie sich eigentlich auf Kosten anderer? War sie bereit, aus Rücksicht auf Mitlebewesen ihre Gewohnheiten und Vorlieben zu opfern?

Die Autorin wollte es wissen: Sie beschloss, verschiedene Ernährungskonzepte mit moralischem Anspruch im Selbstversuch zu testen und sich mit den dahinterstehenden Weltanschauungen zu befassen. Je zwei Monate versuchte sie biologisch-organisch, vegetarisch, vegan und sogar frutarisch zu leben - mit allen Konsequenzen, die dies mit sich bringt.

Sie recherchierte, informierte sich, wurde aktiv. Sie traf Landwirtschaftsminister und Tieraltersheimbetreiber, Jäger und radikale Frutarier, lieferte sich Verbalduelle mit ihrer kritischen Mitbewohnerin. Sie beteiligte sich an Tierbefreiungen und überdachte ihre eigene Tierhaltung.

Am Ende des Jahres traf sie eine Entscheidung darüber, wie sie zukünftig leben will.

In "Anständig essen. Ein Selbstversuch" berichtet Karen Duve radikal ehrlich, mit der ihr eigenen schonungslosen Komik und jenseits aller Ideologien von ihrem Versuch, ein besserer Mensch zu werden. Von ihren Triumphen und Frustrationen und von den Recherchen und turbulenten Ereignissen, die ihr Bewusstsein veränderten.

"Die Mischung aus Selbstbeobachtung, pointierten Dialogen und recherchierten Fakten macht Karen Duves Bericht zu einer inspirierenden Lektüre, die bei allem moralischen Anspruch gar nicht moralinsauer daherkommt." Andrea Gerk, NDR Kultur

Veranstaltet wird die Lesung von "Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt e.V. - ANU Wendland" und "Alte Jeetzelbuchhandlung" Lüchow.

Wann? 3. Juli, 11.30 Uhr

Wo? Ratskeller Lüchow

Eintritt 5,- Euro


von asb, 2011-06-14 19:14
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@Wuschel sei froh,
dass Du nicht Katzen oder andere Tiere essen musstest (die ich gar nicht aufzählen möchte....). um nicht zu verhungern. Die Eltern und Großeltern meiner Generation wussten noch genug von solch "Glücksfällen" zu erzählen, wenn im Hungerwinter irgendwo ein abgemagertes Pferd zusammenbrach - und sogleich aus allen Trümmertüren die hungrigen Menschen mit Messern und Behältern auf das tote Tier zustürmten, um sich "die besten Stücke" rauszuschneiden...... Also: Dann schon lieber Kaninchen a la Provence! Aber meine Katzen - die wandern nicht in den Topf sondern neben mich aufs Sofa, wo sie gemütlich schnurren, weil es ihnen so gut geht und sie auch ein Stück zu meinem Wohlbefinden beitragen.
Miau!

von: T. Settembrini  

Mein Sohn (3) ist auch grad auf dem Provokations-Trip
@wuschel: troll dich! Danke.

von: Rennschnecke  

leckerschmecker
In jedem Dorf gibt´s heutzutage mehr Katzen als Kaninchen (Massentierhaltung?), etwa selbe Größe, etwa selber Geschmack. Und spezielles Futter brauchen sie auch nicht.
Ich freu mich auf die Lesung :)

von: Wuschel  

Als wahre Delikatesse
lassen sich Kaninchen zubereiten! Daran erinnert mich das Foto. Einst als Arme-Leute-Braten gescholten, ist das Fleisch der "Stallhasen" mittlerweile wegen seiner Zartheit und Fettarmut (auch in der Diät-Küche) geschätzt - man muss die Tierchen allerdings mit ausgewähltem Futter versorgen, damit z. B. kein Fettansatz entsteht. Z. B. mit einer raffinierten Sauce, Croquetten und Prinzessböhnchen ist Kaninchen ein wahrlich "anständiger" Schmaus!

von: T. Settembrini  

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