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Region Massentierhaltung: Geht ein Riss durch den Gorleben-Widerstand?Die Konflikte um die Errichtung von Massentierhaltungs-Anlagen in Lüchow-Dannenberg führen nun auch zu Diskussion innerhalb des Widerstandes gegen die Gorlebener Atomanlagen. Die lokale Elbe-Jeetzel-Zeitung sieht gar einen tiefen Graben zwischen der bäuerlichen Notgemeinschaft, in der auch viele konventionelle Landwirte aktiv sind und der Bürgerinitiative Umweltschutz.
In der Bäuerlichen Notgemeinschaft engagieren sich seit langem Bauernfamilien und ihre Freunde und Sympathisanten für ein gemeinsames Ziel: Für die Abschaltung aller Atomkraftwerke, für einen verantwortlichen Umgang mit dem Atommüll und für die Schliessung des Endlagerbauwerk Gorleben. Imm wieder betont der Zusammenschluss, dass er bewusst für alle Bauernfamilien offen stehen möchte. "Es spielt keine Rolle, ob sie ihre Betriebe konventionell, ökologisch, biologisch oder nach anderen Kriterien bewirtschaften, oder keine Rolle, welcher politischen Partei jemand angehört. Ein Landvolk-Mitglied kann genauso mitmachen wie jemand aus dem Bund der Milchviehhalter oder der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft", heißt es in der aktuellen Erklärung. "Diese Vielfalt gehört zum Wesen der zur Bäuerlichen Notgemeinschaft, seit ihrer Gründung vor mehr als 30 Jahren. Dass sie in all den Jahren in der Lage war, sie im gemeinsamen Widerstand gegen die Atomkraft zu bündeln, darin liegt ihre Stärke." Dabei spielt der Toleranzgedanke immer eine wesentliche Rolle. Die Bäuerliche Notgemeinschaft bedauert die zunehmende Schärfe in diesen Auseinandersetzungen und ruft die Parteien zu einem zivilisierten Umgang miteinander auf. "Militante Aktionen, persönliche Diffamierungen und Unterstellungen machen jede Gesprächsbereitschaft zunichte und können langfristig das Klima in den Dörfern vergiften", so die Notgemeinschaft. "Und grade das Wendland, das seit Jahrzehnten bereits unter der Last der Atomkonfliktes leidet, sollte nicht noch ein zweites Schlachtfeld aufmachen." BI: Ziel nicht aus dem Auge verlieren Auch die Bürgerinitiative sieht keinen "Konfrontationskurs” zwischen Bäuerlicher Notgemeinschaft und BI Umweltschutz, wie ihn die Elbe-Jeetzel-Zeitung vermutet. "Die unterschiedliche Haltung zur industriellen Massentierhaltung würde einen Keil zwischen die großen Widerstandsgruppen treiben", heißt es dort. Für die BI entbehrt diese Behauptung jeder Grundlage. "Meinungsunterschiede in der Sache bzw. in der Frage, ob man sich zum Konflikt zwischen Gegnern und Befürwortern der Massentierhaltung positioniert, mag es geben, einen “Keil” aber, der da zwischen Notgemeinschaft und BI getrieben würde und Auswirkungen auf die Geschlossenheit in Sachen Gorleben und Atomkraft, hätte, können wir nicht erkennen", so Wolfgang Ehmke, Sprecher der BI in einer Stellungnahme. Hier die vollständige Stellungnahme der BI zum Thema: “Wir haben uns bisher zurückgehalten, weil wir als BI Umweltschutz zwei große Themen im Fokus haben: den Atomausstieg und die Förderung der Regenerativen Energien auf der einen Seite und das Atommülldilemma auf der anderen Seite. Unsere aktuellen Schwerpunkte sind der nächste CASTOR und die Frage, was bei einem Endlagersuchgesetz aus GORLEBEN wird. Und wir finden es wichtig, im Herbst geschlossen und entschlossen Widerstand zu leisten, um zu verhindern, dass es eine Endlager -Light- Fassung mit Gorleben im Pool gibt. Mit der Bäuerlichen Notgemeinschaft und den Aktivisten von ContrAtom gibt es in dieser Frage keinen Dissens. Es gab in der Geschichte der BI nur einen Fall, in dem wir uns dezidiert auch öffentlich engagiert haben, obwohl es mit dem Thema Energiepolitik nichts zu tun hatte, da ging es um die militärischen Altlasten im Landkreis und die Verbrennung von Munition in Dragahn. Und das hatte unter anderem damit zu tun, dass Dragahn einmal Standort für eine Wiederaufarbeitungsanlage sein sollte. Naturgemäß gibt es in einem Großverband wie der BI mit über 1000 Mitgliedern auch widerstreitende Meinungen zu anderen Themen – nicht nur des Umweltschutzes. Viele BI-Mitglieder engagieren sich gegen die Gentechnologie, andere gegen die industrielle Tiermasthaltung. Das ist auch naheliegend, denn wer über den Tellerrand schaut, erkennt, dass Großkonzerne nicht nur im Bereich der Energiepolitik sondern auch in der Landwirtschaft das Geschäft diktieren. So wie wir für die Dezentralisierung der Energiepolitik – also “small is beautiful” sind, so sympathisieren wir auch in diesem Politikfeld mit denjenigen, die für eine artgerecht Tierhaltung und gegen die Massentierhaltung eintreten. Allerdings: Die Gleichung “Wer gegen Atomkraft ist, ist auch gegen Massentierhaltung” stimmt am ehesten in der umgekehrten Richtung:”Wer gegen Massentierhaltung ist, ist wahrscheinlich auch CASTOR-Gegner”. Ein Großverband wie die BI muss jedoch eine Haltung zu dem aktuellen Konflikt finden, ohne das große Ziel Atomausstieg und Atommülllagerung aus den Augen zu verlieren. Selbstjustiz und unqualifizierter Hetze gegen den Arbeitskreis Bäuerliche Landwirtschaft (ABL) und Tiermastgegner haben jetzt ein Maß erreicht, das wir uns solidarisch mit den Angegriffenen erklären. Vor allem sollte innerhalb des Landvolks (Anm.: das ist nicht die Bäuerliche Notgemeinschaft) diskutiert werden, wohin die Verunglimpfung einiger Exponenten des ABL und der Bürgerinitiativen gegen Tiermasthaltung führt: auch im Hinblick auf den nächsten Castorkonflikt.” Foto: Andreas Conradt / publixviewing.de - Wenn es um Proteste gegen die Atomanlagen in Gorleben geht, sind Landwirte der Bäuerlichen Notgemeinschaft mit ihren Treckern (fast) immer dabei. von Angelika Blank, 2011-07-28 11:13 Kommentieren
Die Wirkung öffentlicher Debatten
# Jörg Hoffheinz: Die politische Wirkung der öffentlichen Debatte über Massentierhaltung entfaltet sich erst mittel- und langfristig. So was geht immer in mehreren Schritten vor sich, und natürlich nicht ohne Gegenwehr der Lobbyistenverbände. Lindemann sieht sich immerhin schon genötigt, die gesetzlichen Regelungen zu verschärfen – nicht viel, aber immerhin, und dies trotz des Widerstandes des Bauernverbandes. (Was die machen, würde ich als zähes publizistisches Rückzugsgefecht bezeichnen.) Aber weil bei der Tiermast im Centbereich gewirtschaftet wird, wird die langfristige Kalkulation für Mäster wegen der instabilen Rahmenbedingungen immer riskanter. Und dieser Effekt wirkt kurzfristig. Das ist einer der Gründe, warum die Hühnerbarone solche Schwierigkeiten haben, genügend neue Mäster zu akquirieren. Es ist m.E. also strategisch sinnvoller, die öffentliche Diskussion weiter am Laufen zu halten. Meinem Eindruck nach muss die Tierschutzbewegung dafür aber noch einige inhaltliche Grundlagen schaffen, zum Beispiel über ethische Kriterien. Beispiel: Ist ein 3000er Demeterstall, in dem nur biozertifiziertes Getreide gefüttert wird, tolerierbar? von: W.-R. M.
Was nützt es denn?
Was und wem würde denn bitte ein offizielles Statement der BN gegen Massentierhaltung nützen? Das erschließt sich mir nicht, vielleicht kann mir das jemand erklären. Wenn ein solches Statement (das sowieso keiner erzwingen wird), einen Teil der Leute aus der BN treibt, dann nützt das wirklich niemandem. Wenn aber den Bauern der BN im Spätherbst mal wieder der Trecker ausgerechnet auf einer Kreuzung verreckt und es dauert und dauert bis Hilfe naht..., und die Befürworter und Kritiker der industrialisierten Nutztierhaltung innerhalb der BN so ins Erzählen kommen..., dann kann doch der eine oder andere Gedanke die Richtung wechseln. Und ich hab kein Problem damit, mich dazuzustellen und mitzumachen. W.-R. M. hat Recht mit dem absurden Gesinnungcheck: Wir alle sind doch wohl in irgendeiner Sache sehr konsequent (z.B. Veganismus?) und in vielen anderen überhaupt nicht (z.B. Billigklamotten aus übel gespritzter Baumwolle und Hungerlohn?, Autofahren und Billigfliegen? Kunststoffverbrauch? Horrender Energieverbrauch beim googlen? Kosmetik aus Tierversuchen?...) Wer möchte den ersten Stein werfen? von: Maren Ramm
Nicht auf dem guten Weg
Ich sehe den point of sale für unsere ablehnende Haltung zur Hähnchenmast auch nicht in Teplingen oder an den anderen Standorten der scheinselbständigen Famiienbetriebe. Landwirte, die überhaupt noch Spielräume haben, lassen sich am ehesten von Menschen denen sie vertrauen überzeugen. Dennoch ist die Wirkung solcher Aktionen vielschichtiger. Immer mehr Gemeinderäte und Bürger wehren sich gegen die schnellen geräuschlosen Verfahren zur Genehmigung durch die Landkreise. Investoren SIND verunsichert und springen ab. Für beides höchste Zeit: Zuletzt (März 2010) wurde für Nds. ein Bestand von 36,5 Millionen Tieren erhoben; das waren 16 % mehr als im Mai 2007 und das entsprach 54 % des gesamten deutschen Hähnchenbestandes. 3/4 davon in Ställen mit mehr als 50.000 Tieren. Da ist gar keine Diskussion auf dem guten Weg gewesen, nicht bei den Hähnchen! von: Jörg Hoffheinz
Nachtrag…
… weil die letzten Sätze irgendwie verschwunden ist: Spontane Platzbesetzungen führen zu einer Eskalation und einer darauf folgenden Solidarisierung von eigentlich unbeteiligten Bauern mit Kollegen. Und die nützt letztlich nur dem Bauernverband, der sich dann unverzüglich an die Spitze setzen kann. von: W.-R. M.
Empörung und Strategie
#korinthenkacker: Ja, das Thema Mon810 war ein Thema, zu dem die Notgemeinschaft Stellung bezogen hat – und ist das einzige Nicht-Atom-Thema geblieben. Und auch das war seinerzeit sehr sehr schwierig. Mon810 unterscheidet sich aber wesentlich von der Tierschutzfrage: Ein gentechnischer Eingriff ist sehr einfach zu definieren, was genau "Qualhaltung" ist, nicht. Die Definition dessen, was die Gesellschaft bei der Nutztierhaltung zu tolerieren bereit ist und was nicht, kann nur Ergebnis eines breiten Diskurses sein, die Grenzen sind fliessend. (Bekanntlich sehen das Bioverbände wie Demeter nicht so eng wie beispielsweise die AbL.) Das ist auch der Grund, warum Anti-Hühnermast-Initiativen nicht allzu tief in die ethische Diskussion einsteigen – auch ihnen würde die Spaltung drohen zwischen weltanschaulichen Vegetariern und Fleischesser/innen, die prinzipiell nichts gegen Nutztierhaltung haben. Ich empfehle also, etwas Empörung abzulassen. Wer seine Teilnahme an Demos davon abhängig macht, dass die anderen Teilnehmer/innen auch in weiteren politischen Fragen eine gemeinsame Haltung haben, steht schnell alleine da oder muss ganz zuhause bleiben. Die Diskussion um die Tierhaltung war bislang eigentlich auf einem guten Weg, Fleischvermarkter und Bauernverbände befanden sich in der Defensive. (Was nicht zuletzt auch die geringe Zahl der Bauern zeigt, die bereit sind, in die Vertragsmast einzusteigen.) Die Besetzung des Baugrundstückes in Teplingen hat ihnen leider propagandistisch genützt, nicht geschadet. Entscheidend bekämpfen kann man sie und vor allem die gewerblichen Großmäster nur mit Aufklärung – von Bauern und Verbrauchern. Und die ist ein mühsames Geschäft, für das man einen langen Atem braucht. Was AbL und ProVieh machen ist deshalb produktiver als spontane Platzbesetzungen, die nur zu einer Eskalation und einer darauf folgenden Solidarisierung von eigentlich unbeteiligten Bauern mit Kollegen führen. Und die nützt letztlich nur dem Bauer von: W.-R. M.
mensch, wrm!
die BN hat klar gegen Gentechnik Stellung bezogen, als MON810 an der Elbe wachsen sollte. Das Betraf den Landkreis und die Bauern. Von Gorleben war da keine Spur. Es stimmt also nicht, dass die BN zu allem, ausser Atom, schweigt! von: korinthenkacker
@ christian
Ich teile deine Befürchtungen über die Entwicklung der Landwirtschaft im Landkreis. Aber es hat eine ganz andere Qualität für mich als die Atomfrage. Industrielle Landwirtschaft ist rückgängig zu machen, Verstrahlung nicht. Stellung beziehen ist richtig, kann ja auch jeder tun. Wichtiger sind Alternativen für die bäuerliche Landwirtschaft, die ein Einkommen mit möglichst umweltverträglicher Produktion ermöglichen. Dazu gehören für mich auch Biogasanlagen bis zu einer gewissen Größenordnung. Ich knirsche dann mit den Zähnen über den Maisanbau, kann mich aber gleichzeitig freuen, dass der Bauer das Geld nicht in Mastställe investiert hat. Was definitiv hier im Landkreis fehlt, ist eine Diskussion über die Zukunft der Landwirtschaft und zwar mit "Luftschnappern" und mit "Güllebauern". Zur Zeit sehe ich "die Bauern" nur im eigenen Saft kochen. Die müssen sich aber der gesellschaftlichen Diskussion stellen, sonst gibt es sie bald nicht mehr. von: deichmännchen
Landkreis bezogen
Wieso wird implizit davon ausgegangen, daß eine Positionierung gegen industrielle Tiermast den Anti-AKW Widerstand im Landkreis schwächt? Bei der Endlagerfrage geht es auch wesentlich darum, ob der Landkreis kontaminiert werden würde. Was gibt es da noch groß zu schützen, wenn länderübergreifende Gülletransporte, Gestank, durch Überdüngung ausgelöste Gewässerverschmutzung und infolge der Vechtaisierung der Landkreis immer weniger geschätzt wird und Agrarkonzerne sich mit einem paar übrigbleibenden Großbauern auf unserer noch relativ intakten ländlichen Lebensgrundlage bereichern? Die Prioritäten haben sich massiv verschoben. Der bleibende Kampf um Gorleben ist nur noch ein Machtspiel alternder Krieger, die sich nicht trauen neue Verbündete zu suchen und Angst haben der imposante Traktoraufmarsch könnte kleiner ausfallen. Wo befürchtet wird, es könnte den Anti-AKW Widerstand schwächen, sich gegen Tiermast eindeutig zu positionieren, sage ich: Nein es wird ihn stärken! Nicht Taktieren sollte man und sich feige der Stimme enthalten, sondern die Bauern stärken, die sich gegen Fremdbestimmung und Agrarfabriken aussprechen und den Rest der Landwirte abschreiben. Meine Ausrichtung ist ausgesprochen landkreisbezogen. Nur um den schnellen Schutz des Lebensraumes geht es mir. Das Wendland ist durch Agrarfabriken viel eher gefährdet, als durch Atom. Wenn alles von Mastanlagen verpestet ist, kann ruhig sämtlicher Atommüll hier lagern, das ist mir dann auch egal. von: Christian
Antworten
@christian: Was wird durch eine klare Position der BN zur Tiermast gelöst? Ok, es ist dir wichtiger als Anti-AKW. Schreibst du ja. Dann versuch dir einfach mal vorzustellen, dass es Menschen gibt, denen es umgekehrt geht! Sollen BI und BN sich jetzt auch zum Vegetarismus bekennen, weil ich das möchte? Oder Position zum Afghanistaneinsatz der BW beziehen? Es ist deine Sache, wo du die Grenze ziehst, aber manche Widersprüche muss man aushalten können. Sonst steht man irgendwann alleine da. @eieresser: hast ja recht. Wir dürfen "unseren" Landkreis nicht kampflos den Industrieagrariern ausliefern. Ich denke, das geht nur mit den Bauern. Wenn auch wohl nicht mit allen ... Hier wächst auch der Mais bis an den Deich. von: deichmännchen
Kompromissbereitschaft
#christian: Ist Tiermast die einzige politische Frage, die du abcheckst, bevor du mit anderen Menschen was gemeinsam machst, oder gibt es noch andere? Was ist mit Bildungspolitik, Klimawandel, Gentechnik? Was mit Mindestlohn, Afghanistan, Migrationspolitik? Wie sollte man weltanschaulich eingestellt sein, um mit dir gemeinsam gegen ein Atommülllager in Gorleben demonstrieren zu dürfen? von: W.-R. M.
In der Tat
Wenn Du so willst, mache ich einen Gesinnungscheck, ja. Ich geh auch nicht mit erklärten NPDlern auf ne Demo. Womit beileibe KEINE Verknüpfung von irgendwem zu irgendwas gemeint ist. Aber wenn ich den Eindruck bekommen sollte, daß die BN oder sonstwas für Mitmarschierer mehrheitlich für Massentierhaltung sind, dann gehe ich da nicht mehr hin. Ganz genau. Bezieht einfach eine klare Position und fertig. Weiß jeder woran er ist. Das ist nun mal ein heißes Eisen, aber durch Taktieren wird nichts gelöst. Die Anti-AKW-Bewegung im Wendland hat grade wegen ihrer Kompromißlosigkeit Ansehen behalten über die Jahrzehnte. Und bei der industriellen Tiermast hört für mich die Kompromißbereitschaft entschieden auf. Das ist mir wichtiger als Anti-AKW. Und ich denke, da stehe ich nicht alleine mit meiner Meinung. Und nein, ich bin weder Vegetarier noch Veganer. von: Christian
Gesinnungscheck für Anti-AKW-Demonstranten?
#Christian: Nochmal – es gibt in der Notgemeinschaft unterschiedliche Meinungen zu vielen agrarpolitischen Fragen, auch zur Tiermast. Einigkeit gibt es in Sachen Atomkraft und Gorleben, dafür ist die Notgemeinschaft gegründet worden, und auf diesem Gebiet ist die Notgemeinschaft seit 35 Jahren aktiv. Um diese Einigkeit zu erhalten, bezieht die BN zu anderen Fragen keine Stellung. Denn das würde immer einen Teil der Mitglieder ausschliessen. Was ist daran denn so schwer zu verstehen? Du gehst nur auf Anti-AKW-Demos, wenn die anderen Leute ansonsten auch deiner Meinung sind? Dann hast du ein Problem. von: W.-R. M.
Alles nur Rumtaktiererei
Ist die Bäuerliche Notgemeinschaft für oder gegen Massentierhaltung? Kann doch nicht so schwer sein. Kann man klarstellen. Dann kann ich mich entscheiden, ob ich zusammen mit ihnen gegen Atom protestieren will oder nicht. Ich will niemandem etwas vorschreiben, sondern mich entscheiden können. Hier im Wendland hat die Bäuerliche Notgemeinschaft so was wie einen atomwiderstands Heiligenschein. Hat sie auch verdient. Wenn sie die üble Umwandlung des Wendlands wie eieresser es beschreibt, wegen der Massentierhaltung in Kauf nimmt oder nicht entschieden dagegen protestiert, dann können sie mir trotzdem gestohlen bleiben. Einzig das möchte ich wissen. Hat sich schon mal einer von der BI überlegt, wie die Bewegung dasteht in Deutschland, wenn es heißt, die paktieren mit Befürwortern der Massentierhaltung? Einen größeren Gefallen kann man der Atomlobby gar nicht machen. von: Christian
Sülze
ja, das spaltungsgesülze ist affig. positionierung muss her. das spalten überlassen wir besser der atomindustrie... aber, deichmännchen, wenn du erst gorleben beerdigen willst und dich dann der massentierthaltungs/biogas-problematik in der eigenen nachbarschaft zuwenden willst, dann glaube ich: wirst du dich nur noch abwenden und einen anderen deich beziehen wollen. dann ist die gegend hier zwar endlagerfrei, aber du wirst die felder vor lauter mais nicht mehr sehen, und von der bäuerlichen landwirtschaft sind nur noch ruinen da. dutzende große mastställe, samt ungefilterter abluft, mit hohem stacheldraht und videokameras drumherum, widerlichster gülle auf den überdüngten feldern (wenn sie nicht in der angeschlossenen biogasanlage zu "öko"strom verarbeitet wird), werden das land hoch attraktiv gemacht haben für touristen und menschen, die es gerne ruhig und grün haben wollen. für ärzte, rechtsanwälte, künstler, handwerker. oder? von: eieresser
Künstliches Spaltungsgesülze
Natürlich kann ich als Gegner der industriellen Landwirtschaft mit einem Massenstallbefürworter in der Anti-AKW-Bewegung zusammenarbeiten. Das tue ich ja schliesslich auch mit Grünen, obwohl die Kriegseinsätzen zustimmen. Gerade das macht Erfolg und Dauer der Bewegung aus. Auch wenn es mit Manchem schwerer fällt, gemeinsam sind wir stark! Und für den Kampf gegen industrielle Tiermast suche ich mir dann neue Mitstreiter ... Aber jetzt lasst uns erstmal Gorleben beerdigen! von: deichmännchen
@ W.-R. M.
Die Bäuerliche Notgemeinschaft hat sich doch auch öffentlich gegen Gen-Mais im Wendland ausgesprochen. So steht es auf Eurer Website. Massentierhaltung und Gentech sind dicht beieinander liegende Symtome einer falschen Agrarpolitik und ausschließlich profitorientierter Wirtschaftweise. Letztlich geht es aber immer auch auf Kosten der Landwirte. Ganz besonders jener, die sich von der Agro-Chemoindustrie vertraglich/lizenzrechtlich versklaven lassen, weil sie fatalerweise glauben, so ihren Betrieb zu retten. Ausbaden dürfen es die Anwohner, die den in die Luft geblasenen Dreck einatmen müssen und deren Häuser irgendwann nichts mehr wert sein werden. Ausserdem wird das Klima (das zwischenmenschlich-nachbarschaftliche) versaut. Und zwar kräftig. Die BN muss ja nichts überstürzen, aber sie muss sich positionieren. Eure Mitglieder sind Bauern, oder habe ich da was nicht mitbekommen...? von: Köttbullar
Wieso Feigheit?
# Christian: Die Notgemeinschaft hat doch begründet, warum sie in agrarpolitischen Fragen keine Stellung beziehen kann und will. Sie ist kein landwirtschaftlicher Berufsverband, sondern ein Bündnis gegen Atomkraft und Gorleben. Verlangen Sie von der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW auch, dass sie zur Abtreibung Stellung nimmt? Oder vom Kulturverein Platenlaase, dass er die Subventionspolitik der Kreissparkasse kritisiert? von: W.-R. M.
Notgemeinschaft und BI
Schuster bleib bei deinen Leisten - lieber Christian - ich finde, dass Atomproteste nichts mit Massentierhaltung zu tun haben! Insofern ist aus meiner Sicht nicht nachvollziehbar, dass Bauern der Notgemeinschaft sich gegen Ihre Berufskollegen stellen sollten. Egal ob Bio oder Konventionell - sie haben das Problem, dass Landwirtschaft von einem Atomunfall extrem betroffen - vernichtet wäre. Ich finde es ok, wenn DU kein Fleisch aus Massentierhaltung isst. Was ich von einigen Aktivisten gegen Massenställe nicht sagen kann - die Protestieren gegen die Anlagen, kaufen aber im Discounter Fleisch oder auch nur Produkte mit Vollei drin. Also lieber mal vor der eigenen Haustüre kehren - und nicht von den Bauern Stellung abverlangen. von: landjunge
Wäre in der Tat interessant zu wissen...
wie die Bäuerliche Notgemeinschaft zu Vertragsmast und Massentierhaltung steht. Denn hier geht es nicht um ein zukünftiges, noch nicht eingetretenes Risiko wie bei Atom sondern um ganz unmittelbare Beeinträchtigung des Wendlands - von anderen Ekelhaftigkeiten mal abgesehen. Es stünde der BI und der Notgemeinschaft gut an auch in der Frage der Massentierhaltung eine klare, unmißverständliche und ebenso für die deutsche politische Kultur vorbildhafte Haltung einzunehmen. Bislang scheint sich keine Gruppe zu trauen 100% dagegen Stellung zu beziehen. Taktik oder Feigheit? Also mal etwas mehr recherchieren vom wendland-net! von: Christian [Weniger passende Kommentare] | Veranstaltungen Xhigung Thai Xhi im Wiesenlabyrinth. Training in Gewaltfreier Aktion. Deutschland sucht das Superkraut. Foto-Galerie "So lang`s noch nicht zu spät ist." Partner Anzeigen ![]() |


Für die Bäuerliche Notgemeinschaft gibt es derzeit keinen Grund, die gute Zusammenarbeit mit anderen atomkritischen Gruppen in Frage zu stellen. "Der 


Im Juli gab es die neuen Daten der Landwirtschaftszählung 2010: Mehr Masthähnchen und Niedersachsen führend. Da überrascht die Debatte und eben auch die Aktion um die wohl z.Zt. größte Anlage in Europa, den Schlachthof in Wietze für Rothkötter, nicht. Die Besetzungen bei gepl. Zulieferbetrieben gehen weiter, vor ein paat Tagen erneut in Groß Munzel. Es ist dennoch gut möglich, dass die öffentliche Debatte und die geänderten Rahmenbedingungen bereits bremsend wirken, sogar schon eine Umkehr eingeleitet ist, obwohl die Zahl der Tiere noch wächst. Gefühlt vergiften Platzbesetzungen auch im legalen Bereich (nicht eingezäunter Flächen) oftmals die Debatte. Das Ethikkriteriendefizit sehe ich auch. Ein Tierschutzlabel wäre immer umstritten. Solange die Herkunft, die Art der Haltung aber nicht transparent ist, ist Protest vor Ort notwendig. Bei Auswüchsen, und ich sehe Wietze so an, können kurzfristige deutliche Aktionen trotz der "Nebenwirkungen" auf die Debatte für den Gesamterfolg wichtig sein. An anderen Orten, nicht in Teplingen (aber wer weiß?) wird die Debatte durch gewählte Tiermastgegner nach dem 11.09 hoffentlich in den Räten weitergeführt. Die können für frühe öffentliche Debatten, sorgfältigere Genehmigungsverfahren und auch bremsende Auflagen sorgen. Im übrigen kann beim Stand der Dinge eine ernstgemeinte BN hier gar nicht agieren - gegen sich selbst ja wohl nicht ernsthaft ..
Und beim nächsten Castor sind die Gedanken ja wohl immer noch frei!
von: Jörg Hoffheinz