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Castor+Gorleben

Harms: "Wir müssen womöglich über Grenzen der Einlagerung sprechen"

-- "Obwohl die Messeinheiten der GNS und diejenigen des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasser-, Küsten-, und Naturschutz (NLWKN) nur 4 - 5 Meter voneinander entfernt sind, haben sie unterschiedliche Meßwerte festgestellt", wundert sich die Europaabgeordnete. Die gemessenen Werte der GNS liegen dabei niedriger als die vom NLWKN gemessenen Werte. (Anmerkung: Das NLWKN führt im Auftrag des Umweltministeriums die Umgebungsüberwachung in Gorleben durch.

Bei der in Gorleben festgestellten Strahlung handele es sich allerdings nach Aussagen der GNS eindeutig um keine direkte, sondern größtenteils um eine sogenannte, indirekte "Streustrahlung", die durch reines Umstellen der Behälter nicht zu beheben ist.

Wenn sich die Messungen des NLWKN bestätigen, dann müssen die Castorbehälter im Zwischenlager mit zusätzlichen Spezialdeckeln versehen werden, die die Neutronenstrahlung abschirmen, so Harms.

"Und: Wenn das NLWKN recht hat, dann müssen wir auch über die Grenzen der Einlagerung in Gorleben reden", so Harms im Gespräch, "denn der Grenzwert von 0,3 mS muss am Umgebungswall dauerhaft eingehalten werden." Ob das angesichts der aktuellen Werte bei zusätzlichen Einlagerungen noch möglich ist, bezweifelt die Europaabgeordnete. Grohnde habe immerhin bei 100%iger Auslastung einen 15-mal niedrigeren Wert am Zaun.

Zur Ergänzung: Der derzeit zur Diskussion stehende Strahlungswert von 0,275 mS beschreibt hochgerechnet die bis zum Ende des Jahres eintretende Strahlungsmenge ohne die Belastung durch den anstehenden Castortransport. Durch diesen könnten nach weiteren Hochrechnungen womöglich bis zu 0,325 mS (Jahresdurchschnittswert) erreicht werden.

Übrigens: Lüchow-Dannenbergs Landrat Jürgen Schulz hatte darum gebeten, an dem Expertengespräch im Umweltministerium am Dienstag teilnehmen zu dürfen. Bis zum späten Nachmittag hatte er allerdings noch keine Antwort auf seine Anfrage erhalten.

Angesichts der Unklarheiten rund um Strahlungswerte am Zwischenlager Gorleben fordert Rebecca Harms, dass der Beladungsvorgang in Frankreich unverzüglich unterbrochen werden müsste, bis die Ungereimtheiten geklärt und eine zufriedenstellende Lösung des Problems gefunden ist.

Fotos: Jan Becker / Publixviewing - Am Wochenende demonstrierten Gorlebengegner an den Anlagen in Gorleben gegen die weitere Einlagerung von hochradioaktivem Müll.


von Angelika Blank , 2011-08-29 19:57
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