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Region LKW-Last-Bekämpfung: Eine "kreative" Methode aus KapernAuch in Kapern stöhnen die Anwohner über den massiven LKW-Verkehr. Sie wollen, dass die Schwerlaster wenigstens die vorgeschriebenen 50 km/h einhalten - wenn eine Reduzierung schon nicht zu erreichen ist. Einer von ihnen hat eine eigene Methode zur LKW-Abwehr entwickelt - nicht zur Freude der Verwaltung. Sie reagierte mit einem Halteverbot.
Kein Wunder, das Tag und Nacht das Geschirr im Schrank von Hugo Hager klirrt, wenn wieder ein Brummi mit 60, 70 Sachen durchdonnert. Eine ältere Nachbarin, die zufällig vorbei kommt, bestätigt: „Man kann auch im Sommer nachts das Fenster nicht auflassen. Die Autos und Lkw rasen hier wie verrückt.“ „Und da hatte ich keinen Bock mehr drauf“, berichtet der 70-jährige sauer. Seine Lösung: Er stellte seinen T4-Transporter direkt vor seinem Haus in der Ortsmitte von Kapern ab, kein Problem, alles legal. Halteverbot als GefahrenabwehrUnd tatsächlich: es wurde ruhiger. „Aber dann hupten verärgerte Autofahrer und Trucker, vor allem nachts. Sie konnten ja nun nicht mehr ungestört durchrasen“, ärgert sich Hager. Hinter seinem Haus beginnt nämlich eine Kurve. Hager bekam Drohbriefe, anonyme Anrufe. Er ließ die Briefe analysieren, Fingerabdrücke fanden sich nicht. Ganz bunt wurde es, als ein Vertreter der Samtgemeindeverwaltung bei ihm auftauchte, erinnert sich der „Zugezogene“, wie er im Dorf genannt wird. „Der wollte, dass ich auf dem Hof parke“. Aus „Gründen der Gefahrenabwehr“ wurde kurz darauf durch Ratsbeschluss genau hier ein eingeschränktes Haltverbot erlassen. Einziges Ziel, glaubt Hager: „Mir meinen „verkehrserzieherischen“ Parkplatz zu nehmen“. Das hätte der verantwortliche Verwaltungsangestellte ihm auch so zu verstehen gegeben: „Er sagte, er würde sich jeden Tag ärgern, wenn er hier durchfährt, weil er sein Fahrzeug abbremsen müsse“, erinnert sich Hager. Aber seit die Halteverbotsschilder stehen, begann auch die Raserei wieder. „Und seitdem klingeln die Gläser wieder“. Fahrzeuge einer Lüchower Spedition seien eine lobenswerte Ausnahme, berichtet Hager: „Die fahren wirklich exakt 50 km/h, und das ist in Ordnung.“ Foto: Björn Vogt / Extra wegen ihm wurde in Kapern ein Halteverbot erlassen – davon ist Hugo Hager überzeugt. Seitdem kann er sein „Verkehrshindernis“ nicht mehr aufstellen, und die Raserei hat wieder zugenommen, berichtet der 70-jährige. von Björn Vogt, 2012-01-18 17:52 Kommentieren
el krawallo: ich versuche erst gar nicht...
...auf ihre langen beiträge einzugehen - nur so viel: die von ihnen als "selbstjustiz" bezeichnete massnahme hat nicht herr vogt begangen(?), sondern herr hager aus kapern; herr vogt hat "nur" den artikel geschrieben. im übrigen ist es wie immer: kaum wehrt sich jemand mit fantasie gegen unrecht, kommen ein paar besserwisser und belehren den rest der menschheit! danke mr. krawallo und gerne "weiter so!" meint die eule (der colt liegt schon neben mir) von: nachteule
Krawallo?
Wie bitte? Wer sein Auto auf einer öffentlichen Straße parkt übt Selbstjustiz? Nichts gegen Deine Anteilnahme für gestresste Trucker (war selber lange genug einer), aber auch mein Haus wackelt, wenn ich nicht auf der Straße parke. Und deshalb steht meine Karre genau da, wo sie darf und den sonst ungehindert rasenden Verkehr von Trucker bis Trecker einbremst. Und das sollten auch noch viele andere so halten, dann erledigt sich das mit den Mautflüchtlingen bald von selbst. von: Bremser
unglaublich!!!...
was hier so alles abgeht! statt uns vor der willkür und der belästigung durch die brummis zu schützen, werden einem mutigen menschen, der innerhalb des ortes parkt (was man darf) auch noch steine in den weg gelegt! auf welcher seite steht die verwaltung denn hier? sollten wir gemeinsam den landrat fragen. danke erst mal an björn vogt von: nachteule
Wohl wahr
Teile alle drei Meinungen. von: Rennschnecke
Stop´n`Go
Vielleicht sollten die Leser mal nachgeschlagen, wie schnell LKW ausserhalb geschlossenenr Ortschaften wirklich fahren dürfen. Ja, tun sie es mal. und dann die Realistät: Mit bis zu 95 Km/h hängen des Nachts 40-Tonner an der Stoßstange von PKW, die aufgrund der Sicht- und Wildverhältnisse nicht schneller fahren wollen. Dann setzen die Trucker auch noch zum Überholen an! Sie kommen einem mittig auf der Straße entgegen, fahren mit 75 durch Ortschaften. Sie sind zu einer lebensgefährlichen Pest geworden, um die sich niemand in der Poltik und Verwaltung zu scheren scheint. Hugo Hagers Idee ist so neu nicht. Aber GUT. Und letztlich ist es ja gar keine Idee, denn innerhalb geschossener Ortschaften darf geparkt werden! Da sollten sich alle Betroffene ein Beispiel dran nehmen und es ihm nachtun. Und wenn sie einen dieser Amtschimmel im Dorfe haben, wie in Kapern...dann ist eben Kreativität gefragt in Sachen Verkehrslenkung. Je unangenehmer es den Brummifahrern wird durch die Lande quer zu fahren, desto schneller suchen sie sich einen anderen Weg. Und der wird dann letztlich auf die Mautstrecken führen, wenn alle mitmachen... von: autoliebhaber
Verkehrserziehung ?
Verkehrserziehung obliegt keiner Einzelperson, die sich durch vermeintliche Raserei gestört fühlt. Innerhalb geschlossener Ortschaften schneller als 50 Stundenkilometer zu fahren ist nicht statthaft, aber ebenso wenig ist es statthaft, daß eine Einzelperson das "Recht" in die eigene Hand nimmt. Eine Frage stellt sich mir dabei noch am Rande: Welcher Traktor fährt schneller als 60 oder 70 Stundenkilometer ??? von: El Krawallo
verwaltungswillkür?
weil also der "VERANTWORTLICHE VERWALTUNGSANGESTELLTE" persönlich sich darüber ärgert, dass er ABBREMSEN müsste, war da fix ein schild aufgestellt? das nenne ich amtsmissbrauch! ich wäre dafür, an just jener stelle auch ein blitzgerät zu installieren, damit jener fleissige schilderbewilliger auch mal ein aktuelles foto von sich bekommt... die einnahmen daraus decken dann hoffentlich die schilderkosten! von: nametutnixzursache [Weniger passende Kommentare]
Sinn des Parkvorgangs
Nein, nicht jeder, der sein Auto auf der Strasse abstellt, übt Selbstjustiz. Es kommt immer darauf an, was ich mit meinem Handeln erreichen will. Wenn ich mein Auto mit der Intention abstelle den Verkehr einzubremsen, dann übe ich Selbstjustiz. Stelle ich es jedoch auf der Strasse ab, weil auf meinem Grundstück kein Platz ist, dann ist es vollkommen legitim. Ausserdem werden dadurch auch alle, die sich korrekt verhalten (in diesem Fall nicht zu schnell fahren), ebenfalls dahingehend "bestraft", daß sie anhalten müssen. Den Umweltaspekt lasse ich in Betrachtung mal aussen vor. Dies gilt beispielsweise ebenfalls für die "Oberlehrer", die bei erlaubten 100 Stundenkilometern, die linke Spur der Autobahn blockieren, um die anderen Verkehrsteilnehmer zur Einhaltung des Tempolimits zu nötigen, obwohl die anderen Fahrspuren frei sind. Mich persönlich stört das nicht, da ich ohnehin selten schneller als 100 Stundenkilometer fahre, aber es geht letzlich auch hier um den Zweck, der erzielt werden soll. Befinde ich mich auf der linken Spur, weil ich einen anderen Verkehrsteilnehmer überholen möchte oder befinde ich mich dort, um den Verkehr bewusst auszubremsen. Was in diesem Zusammenhang auch noch der Begriff "Mautflüchtling" aussagen soll, erschließt sich mir nicht so ganz. Es klingt ein wenig nach: "Wasch mir den Pelz, aber mach mich dabei nicht nass" In diesem speziellen Fall wäre es in meinen Augen eher sinnig, regelmäßige bis dauerhafte Geschwindigkeitsüberwachungen durchführen zu lassen. Das obliegt der verwaltenden Instanz, die dazu befugt ist, und der Effekt, daß alle langsam genug fahren, wird sich von ganz allein einstellen. Es geht grundsätzlich darum, daß nicht jeder das Gesetz in die eigene Hand nehmen kann. Das wäre Anarchie und geht in keinem Fall gut. von: El Krawallo
Die bösen, bösen Lkw
Wer handelt unverantwortlich ? Der Fahrer, der mit Terminzwang und gewissenlosem Chef im Rücken Verkehrsregeln ungewollt ignoriert ? (Die Fahrer übertreten die Gesetze nicht, weil es Ihnen Spaß macht, zumindest die allermeisten) Der Endverbraucher, der an einem verschneiten Montagmorgen um sieben im Supermarkt steht und sich darüber beschwert, daß die Regale leer sind ? (Weil die Lkw- Fahrer vernünftig waren und nicht bei Eis und Schnee im Höllentempo durch Welt gedonnert sind) Jeder, der meint, das Recht in die eigene Hand nehmen zu müssen und Selbstjustiz zu üben ? Denn genau darüber wird hier gesprochen. Herrn Vogts Anliegen mag noch so berechtigt sein, er übt Selbstjustiz und das darf er nicht. Wir sind doch nicht im Wilden Westen. Ich fahre jeden Morgen über 40 km auf der Landstrasse und durch verschiedene Ortschaften zum Arbeitsplatz hin und die gleiche Strecke zurück. Es sind nicht die Lkw, bzw. deren Fahrer, die meinen mit 80 durch eine Ortschaft bolzen zu müssen ! Darüberhinaus möchte ich persönlich jeden Lkw vor meiner Haustür anfahren lassen müssen. Was ich da an Dreck und Abgasen einatmen müsste, um Gottes Willen. Es gibt öffentliche Stellen, an die man sich in einem solchen Fall wenden kann. Wenn aber jeder so handelt, wie Herr Vogt, rennen wir bald alle mit umgeschnallten Colts umher und sorgen selber für unser Recht: - weil der Nachbar grillt - weil die Nachbarskinder zu laut spielen - weil die Autos vor meiner Haustür zu schnell fahren - weil die Kassiererin im Supermarkt nicht freundlich "guten Tag" gewünscht hat Ich möchte keine Lanze für die "Freie Fahrt für freie Bürger"-Fraktion brechen, aber Selbstjustiz ist in der Bundesrepublik nicht statthaft. von: El Krawallo | Veranstaltungen Xhigung Thai Xhi im Wiesenlabyrinth. Training in Gewaltfreier Aktion. Deutschland sucht das Superkraut. Foto-Galerie "So lang`s noch nicht zu spät ist." Partner Anzeigen ![]() |


Hugo Hager ist unerschrocken. Vielleicht ist er das, was man im Volksmund leichtfertig „Querulant“ nennt, aber er hat ein nachvollziehbares und absolut legitimes Bedürfnis: Er will, dass die Lkw, Traktoren, Lieferwagen und Autos die Geschwindigkeitsbegrenzung in Kapern an der B 439 einhalten - 50 km/h, nicht 60 oder 70 wie es die meisten "Brummi"-Fahrer machen. Seit Einführung der LKW-Maut hat der Schwerlastverkehr in Kapern deutlich zugenommen, hat Hager festgestellt. Diese Bundesstraße ist eine Ausweichstrecke für zahlreiche 40-Tonner. Sie können im Vergleich zur Autobahnroute rund 40 km Wegstrecke – und die Maut – sparen.


Selbstjustiz? Nein so sehe ich das nicht, hier hat schlicht ein Bürger aktiv protestiert - mit Möglichkeiten die ihm zustanden.
Denn in der Tat - die LKW- Mautumfahrer- und DIE sind das Problem NICHT die LKWs die hier für die Versorgung notwendig sind.
Ich hoffe es folgen noch viele kreative Aktionen. Letztendlich Erfolg wird das ganze jedoch nur haben, wenn auf "die" Politik Druck ausgeübt wird - Die Landesregierung könnte Maßnahmen treffen!!! Der Widerstand hat begonnen, er muß stärker werden - auf allen Ebenen, in allen Dörfern! Die GRÜNEN bieten ihre parlamentarische Hilfe an - nur der notwendige Druck muß aus der Bevölkerung kommen.
von: KO Porip Sprecher AG Verkehr Grüne DAN