Listen mit über 2000 Unterschriften von Menschen, die das geplante Einkaufszentrum am Dannenberger Gotenweg nicht haben wollen, hat Stadtbürgermeisterin Elke Mundhenk am Mittwoch Abend entgegen genommen. Zuvor waren nahezu 70 Bürgerinnen und Bürger vom Marktplatz zum möglichen Standort des „Elbtalcenter“ gezogen und hatten unterwegs ihren Unmut über jenes Projekt kundgetan.
„Wir wollen unsere Innenstadt belebter und beliebter machen – und nicht durch ein Elbtalcenter vor die Hunde gehen lassen“: Ein Spruchband mit dieser Aufschrift trugen Hella und Karl-Heinz Pfefferling-Hunold dem Zug voran. Die beiden Dannenberger, sie sind keine Geschäftsleute, gelten als die „Motoren“ der Initiative „Pro Altstadt Dannenberg“. Sie betonen: „Wir möchten, dass unsere Kernstadt lebendig bleibt und noch lebendiger wird – und dass die vertrauten Geschäfte hier nicht wegen des Einkaufszentrums dicht machen müssen!“
Phantasievolle Poster-Aktion
Diesen Wunsch äußerten auch viele Mitspazierer - mehr Kunden als Kaufleute – während des Gangs zum Gotenweg auf Schildern mit Sprüchen wie „Klopft der Gerichtsvollzieher / an des Geschäftes Tür – ist es zu spät“. In mehreren Läden, an denen sich die Protestierenden vorbei bewegten, mahnen zurzeit phantasievoll gestaltete Poster, geschaffen von einem Dannenberger Kreativteam, vor möglichen Folgen eines neuen Einkaufszentrums. So will auf einem der Bilder die Inhaberin des Fleischerei-Fachgeschäfts Ueberschär von einem Gutachter wissen: „Haben sie die Pläne für das Elbtalcenter auf Herz und Nieren geprüft?“ Und der Experte sagt: „Ja – und für ruinös befunden!“ Ein anderes Beispiel: Im Café Ambiente wird ein Zeitungsleser von seiner Frau gefragt: „Schatz, hast du die Manager vom Elbtalcenter gesehen?“ „Nein!!!“, lautet die Antwort des Lesenden, unter dessen Sessel die Schuhe zweier dort liegender Männer zu sehen sind. Einer der Reglosen hat unter dem Edelschuh noch das Preisschild: 485 Euro. „Geschäftsleute, die noch an der Poster-Aktion mitmachen möchten, sollten sich bei uns melden“, appelliert Hella Pfefferling-Hunold, Telefon Dannenberg 7054.
Noch ist es grün am Gotenweg, und so soll es dort auch bleiben, hoffen nicht nur die Bürgerinnen und Bürger, die sich am Mittwoch das potenzielle Center-Terrain anschauten. Lüchow-Dannenbergs ehemaliger Landrat Dieter Aschbrenner, sehr engagiert in der Initiative Pro Altstadt, warnte am geplanten 25 000 Quadratmeter großen Standort: Ein Einkaufszentrum an der Bundesstraße könne zum Niedergang der Innenstadt führen. Dannenberg sei eine Kleinstadt mit relativ geringer Kaufkraft, die man durch ein Center am Rande nicht weiter ausschöpfen könne. Auch sei es „sehr vage“, ob tatsächlich diejenigen Geschäfte in das Vorhaben einziehen, die im Gespräch sind, etwa C & A.
„Wir ziehen alle an einem Strang“, rief Bürgermeisterin Elke Mundhenk den Aktivisten zu, als sie von diesen nach dem Stadtspaziergang die Unterschriftenlisten gegen das Elbtalcenter entgegen nahm. Sie betonte: „Wir wollen alle für Dannenberg das Beste.“ Es sei lobenswert, wenn Bürger sich engagieren und damit zeigen: „Uns ist unsere Stadt nicht gleichgültig. - wir tun etwas für sie“
Poster
Entwurf: Hella Pfefferling-Hunold
Foto: Hagen Jung
Druck: Blitzlicht Dannenberg
2012-05-25; von Hagen Jung
Dannenberg (Elbe), Deutschland