Thema: wirtschaft

Gemeinwohl-Ökonomie: "Ein gutes Leben für Alle"

Weg vom Profitdenken - hin zu einer Wirtschaftsweise, in der Geld ein Mittel ist, um ein gutes Leben für Alle zu organisieren - nachhaltig, sozial-ethisch und umweltschonend. Am Samstag stellte die Regionalgruppe Wendland der Gemeinwohl-Ökonomie Bewegung ihre Ziele vor.

"Die Wirtschaft steht auf dem Kopf" ist die Überzeugung von Christian Felber, Initiator und geistiger Kopf der Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung (GWÖ). Er gründete die Wirtschaftswende-Initiative 2010 gemeinsam mit mehreren Unternehmen. Mit dieser Initiative will Felber den Wandel zu einer ethischen Marktwirtschaft einleiten. 

Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Wirtschaftswende-Initiative hatte die Regionalgruppe Wendland am Samstag ins VERDO nach Hitzacker eingeladen. Rund 60 Interessierte ließen sich über das neuartige Wirtschaftskonzept informieren.  

GWÖ-Berater Gerd Lauermann stellte den rund 60 Interessierten die Ideen der Bewegung vor. Es gehe darum, die existierenden Wirtschaftsstrukturen so umzubauen, dass Profitstreben in den Hintergrund tritt und stattdessen ethische Grundwerte wie Vertrauensbildung, Wertschätzung, Kooperation, Solidarität und Teilen im Mittelpunkt stehen. Unternehmen sollen das Gemeinwohl fördern und nicht schädigen. Die Anhänger der GWÖ-Idee sind überzeugt davon, dass dieses neue Wirtschaftssystem ein Veränderungshebel auf wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Ebene sein kann.

Um die formulierten Ziele zu erreichen, können sich Unternehmen und Gemeinden aber auch Privatmenschen bilanzieren lassen. Anders als bei der üblichen Unternehmensbilanz werden ökologische, soziale oder ethische Aspekte bewertet - zum Beispiel der Umgang mit Lieferanten. Das bedeutet zum Beispiel beim Computerkauf andere Fragen zu stellen als nur die zu Preis und Funktionalität. Wo kommt der Computer her? Wie bzw. unter welchen Umständen wurde er produziert? Welche umweltschädigenden Bauteile enthält er?.

Dass das auch anstrengend sein kann, wusste Werner Schweizer, Bürgermeister  er Gemeinde Klixbüll in Nordfriesland, zu berichten. Seit Anfang 2019 arbeitet seine Gemeinde nach Nachhaltigskeitkriterien.

Als erstes Unternehmen im Wendland hat das Natursaft-Unternehmen Voelkel untersucht, wie gut seine Gemeinwohl-Bilanz ist. Die genauen Werte waren am Samstag nicht zu erfahren. Sie waren jedenfalls gut genug, um aus den Händen von Gerd Lauermann das Testat entgegennehmen zu können. Damit ist Voelkel eines von rund 250 Unternehmen, die im deutschsprachigen Raum nach Gemeinwohl-Kriterien arbeiten.


Bild von Gerd Altmann auf Pixabay




2020-10-14 ; von Angelika Blank (text),
in Dr.-Helmut-Meyer-Weg 1, 29456 Hitzacker (Elbe), Deutschland

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