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Asse: Wasserzufluss aus dem Deckgebirge sollte mit allen Mitteln vertuscht werden

Von einem Beleg für die Verfälschung wissenschaftlicher Arbeiten, spricht der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im niedersächsischen Landtag, Stefan Wenzel, nach Agentur-Berichten über die Vertuschung von Asse-Laugenzuflüssen zur Zeit der Kohl-Regierung.

In einem Schreiben des ehemaligen Asse-Betreibers GSF vom 1.8.1996 an den Verfasser einer Habilitationsschrift wird lt. Wenzel Klartext gesprochen: "Wir möchten Ihr laufendes Habilitationsverfahren nicht behindern. Vor einer Veröffentlichung d.h. vor Druck des Berichtes müssen jedoch neue Fassungen der betreffenden Kapitel ... vorgelegt werden", schreibt das GSF-Forschungszentrum aus München-Neuherberg an den Autor.

Während ein interner Bericht des Autors schon im Juni 1995 eindeutig festgestellt hatte, dass das Wasser in der Asse aus dem Deckgebirge stammte - also aus den grundwasserführenden Schichten - wurde in der veröffentlichten Version nicht mehr von der Asse gesprochen, sondern nur noch von einem "Salzbergwerkwerk in Norddeutschland". Dabei wurde der Eindruck erweckt, dass es sich um eine quasi exemplarische Untersuchung ohne Bezug zu einem bestehenden Atommülllager handelte. Auch das Untersuchungsergebnis wurde in der Veröffentlichung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe deutlich abgeschwächt. Hier ist nur noch von "wahrscheinlichen" Zusammenhängen die Rede.

Wenzel: "Dazwischen lag der Termin, zu dem der Öffentlichkeit erstmals zufällig bekannt wurde, dass das erste und einzige Endlager in Deutschland vom Absaufen bedroht war." Zehn Jahre lang hatte man den Zufluss der Laugen geheim gehalten. Das man dabei vor der Verfälschung wissenschaftlicher Arbeiten nicht zurückschreckte passt ins Bild, sagte Wenzel. Selten sei dieser Vorgang aber so sauber dokumentiert, wie in diesem Fall. Er kündigte eine genaue Untersuchung im parlamentarischen Untersuchungsausschuss des Landtages an. Kenntnis von dem Vorgang hatten Mitarbeiter der BGR, der GRS, der GSF und des Instituts für Tieflagerung gehabt.

 

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2010-03-27 ; von asb (autor),

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