Thema: endlagerung

BI fürchtet Festlegung auf Salz

Nach Sichtung des neuesten Forschungsberichts des Karlsruher Instituts für Technologie befürchtet die BI eine Festlegung auf Salz als Endlagermedium. Das BfE widerspricht dieser Annahme.

"Die Salzlinie hat bei den Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur Atommüllentsorgung die Nase vorn," ist Wolfgang Ehmkes (Sprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg/BI) Einschätzung nach Sichtung des Berichts des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT Nr. 55).

"Dem Bericht zufolge gab es im vergangenen Jahr über derartige 80 Forschungsvorhaben," ergänzt der Sprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI). "Der Bogen ist weit gespannt – es geht dabei um die wissenschaftlichen Grundlagen der Standortauswahl, das Endlagerkonzept und die Endlagertechnik, den Sicherheitsnachweis und das Wissensmanagement bis hin zu der Frage, welche Auswirkungen die verlängerten Zwischenlagerzeiten auf Abfälle und Behälter haben können."  

Nach Ansicht der BI überwiegen – nicht nur - in dem Bereich „Endlagerkonzepte und Endlagertechnik“ die Beiträge, die sich mit einer möglichen Endlagerung der hochradioaktiven Abfälle in Salzgestein befassen. "Stiefmütterlich behandelt werden die Tonvorkommen, die Lagerung in flachlagernden Salzschichten oder die Lagerung in tiefen Bohrlöchern," konstatiert die BI. „Das spricht sprichwörtlich Bände, denn wir trauen all den offiziellen Beteuerungen, dass nun Salz, Ton und Kristallin bei der Endlagersuche in gleicher Weise behandelt wird, ohnehin nicht,“ so BI-Sprecher Wolfgang Ehmke.

„Wie das Wissen um die Lagerung hochradioaktiver und giftiger Abfälle an künftige Generationen des Post-Atomzeitalters weitergegeben werden können, um beispielsweise zu verhindern, dass nach Bodenschätzen an dem Ort gesucht wird, wo einst Atommüll eingelagert wurde, spielt in den Forschungsberichten keine Rolle“, kritisiert die BI.

Die BI schätzt es auch als merkwürdig an, dass all diese Forschungsvorhaben nicht vom Bundesumweltministerium und dem Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) gesteuert und finanziert werden, sondern vom Wirtschaftsministerium: das werfe die Frage auf, wer bei der Endlagersuche eigentlich den Hut aufhat.

Eine Sprecherin des Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) trat der Annahme entgegen, dass Salz als Einlagerungsmedium favorisiert werde. "Es gibt noch weitere Forschungsvorhaben, die sich mit anderen Gesteinen wie Granit oder Ton beschäftigen. Darauf legen wir Wert," heißt es aus dem BGE.

Das BGE bestätigte, dass das Forschungsprojekt des KIT vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird. Warum dieser Forschungsbereich nicht zum Forschungsressortplan des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gehört, konnte bisher nicht geklärt werden.

Foto | Andreas Conradt: Symbolisch wurde die Erkundung im Salzstock in Gorleben kürzlich eingestellt. Die Diskussion über die Benennung Gorlebens als Endlagerstandort ist aber längst nicht zu Ende.

 





2019-04-27 ; von asb/pm (text),
in 29475 Gorleben, Deutschland

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