Jenseits des KLP-Trubels: Artenreich Höhbeck

Der KLP-Punkt auf dem Höhbeck ist wohl derjenige mit dem schönsten Zugang: 300 m führen durch den urwüchsigen Laubwald, der früher die ehemalige Funkstelle umgab. Auf dem Gelände: Kunst und Informationen über die Natur des Höhbecks und deutsche Geschichte.

Eine andere Welt tut sich auf, durchschreitet man das Tor zum "Artenreich Höhbeck". Über einen federnden Waldboden geht es durch einen urwüchsigen Laubwald, der nichts gemein hat mit den Forstwäldern, in denen Nutzbäume in Reih und Glied stehen.

Im "Funkstellenwald" zwitschert es unablässig aus vielen kleinen Vogelkehlen und Ahorn oder Buche wispern im Wind. Hier schlängelt sich schon mal eine Blindschleiche über den Weg, kurz bevor der Duft von Waldmeister die Nase betört und seltsame Skulpturen von Werner Götz den Wegesrand bevölkern.

Ein Wald, der deutsch-deutsche Geschichte erzählt

Dabei erzählt dieser artenreiche Wald auch einiges über die jüngere deutsch-deutsche Geschichte. Am Wegesrand erinnern nicht nur übermooste Betonstücke mit gewaltigen Eisenringen daran, dass dieser Ort einst der wichtigsten technischen Anlagen zur Kommunikation zwischen Ost und West beherbergte: der erste, 1950 in Betrieb genommene Sendeturm , versorgte die West-Berliner mit Funksignalen, die sowohl den Empfang von "Westfernsehen" als auch Telefonate mit dem Westen möglich machten. Später kamen noch weitere Funktürme dazu, die die Verbindung nach Berlin sicherten. Auch der amerikanische Geheimdienst soll zeitweise vom Höhbeck aus "gelauscht" haben.

Schon kurz nach dem Krieg hatte ein Orientierungsfeuer auf dem Höhbeck für die Berliner eine existenzielle Bedeutung: Hier orientierten sich während der 462 Tage dauernden Luftbrücke tausende Transportflugzeue auf ihrem Weg von Hamburg nach Berlin. Der Höhbeck lag an einer der drei Luftstrecken, über die Millionen Tonnen Lebensmittel in das eingeschlossene Berlin gebracht wurden.

Während der Kulturellen Landpartie gibt es zahlreiche Führungen, auf denen Stefan Reinsch, Betreiber des Landschaftspflegehofes auf dem Höhbeck über die Bedeutung des Höhbecks zu Zeiten der DDR informiert.

Artenreich Höhbeck - Erhalt der Artenvielfalt

Reinsch hat sich gemeinsam mit dem Verein Artenreich Höhbeck auf die Fahne geschrieben, die Artenvielfalt auf dem Höhbeck zu erhalten und zu befördern. Dafür bekam er vor einigen Jahren eine komfortable Förderung durch die Europäische Union. Gemeinsam mit dem NABU - der 2014 einige Flächen auf dem Höhbeck kaufte - werden die Flächen mit traditionellen, überwiegend handwerklichen Methoden nachhaltig bewirtschaftet. Praktische Kurse, Führungen oder Urlaubsangebote gehören auch außerhalb der KLP zum regelmäßigen Angebot des Artenreichs. Die Rekultivierung von Wiesen, Obstplantagen und Kräuterbeeten sind zudem Grundlage für die Produktion einer Vielzahl regionaler Produkte wie Tees, Wildkräutermischungen, Most oder Bier.

Kunst im Bunker

Nach dem Tode des Nienwalder Künstlers Werner Götz im Jahre 2013 fand seine Tochter Anna Lilly Götz im Bunker auf dem Gelände einen Platz, wo die vielfältige Kunst ihres Vaters eine neue Heimat finden konnte.

Seitdem öffnet sie alljährlich zur KLP das Kunstdepot im Bunker. Skulpturen, Zeichnungen, Gemälde ... im Bunker ist ein umfassender Einblick auf das Schaffen von Werner Götz möglich. An den Wochenenden ist Anna Lilly Götz anwesend und steht für Fragen und Gespräche zur Verfügung.

Die technischen Einrichtungen der ehemaligen Funkstation im Bunker sind zum Teil noch erhalten und dürften für Technik-Nostalgiker von Interesse sein.

Hier geht es zur Veranstaltungsübersicht auf dem KLP-Punkt "Artenreich Höhbeck".

Fotos / Angelika Blank: Im "Artenreich Höhbeck" werden die Schafe noch mit der Hand geschoren.







Fotos

2017-05-29 ; von Angelika Blank (autor),
in 29478 Höhbeck, Deutschland

kulturelle landpartie   klp2017  

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