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Mit viel Mut durch eine feindliche Welt: "Die Bremer Stadtmusikanten"

Mit einer frechen Variante der "Bremer Stadtmusikanten" wartet dieses Jahr die Freie Bühne Wendland auf. Vier furchtlose Looser der Gesellschaft machen sich gemeinsam auf den Weg in ein besseres Leben. Am Sonntag ist Premiere in Platenlaase.

Jede/r dürfte „Die Bremer Stadtmusikanten“ kennen, das Märchen von Esel, Hund, Katze und Hahn, die sich auf den Weg nach Bremen machen, um dort ihr Glück zu finden. Der Bühnenautor F.K. Wächter machte aus dem traditionellen Märchen eine freche Parabel auf eine leistungsorientierte Gesellschaft in der Alte und Schwache keine Chancen mehr haben - in der Mut und Selbstbewusstsein aber ein Weg zum "richtigen Leben" sein können.

Die Freie Bühne Wendland setzte die Vorlage von Wächter in eine spannende Geschichte um, die traurig, witzig und mutmachend zugleich ist. Das geniale Bühnenbild von Uta Helene Götz schafft mit minimalen Mitteln eine ganze Welt. Graue Blöcke in verschiedenen Größen und Anordnungen lassen eine graue Welt entstehen, in der Farbe keine Rolle spielt. In den Lücken rauscht ein Fluss, der in der nächsten Szene zum tödlichen Abgrund wird. Das alles entsteht in der Phantasie anhand einiger weniger Elemente – und natürlich dem lebendigen Spiel des Ensembles.

Etwas Besseres als den Tod finden wir überall“

In F.K. Wächters Variante der vier Looser sind die vier furchtlose Gesellen mit starken Charakteren, die - trotz aller Unterschiedlichkeiten - gemeinsam ihren Weg durch eine gefährliche Welt suchen. Ein sanfter Esel (Lennart Müller) führt die Truppe an, immer ein fröhliches Lied auf den Lippen. Der Hund (Kerstin Wittstamm), ein nicht mehr sonderlich schlagkräftiger Ex-Boxer setzt seinen Spürsinn für die Suche nach dem richtigen Weg ein. Die Katze (Carolin Serafin) hat ihren Lebensmut immer noch nicht verloren, obwohl sie im Fluss versenkt worden war. Und der Hahn (Simon Forster) versucht mit Charme und Witzen, die Gruppe immer wieder zu ermuntern.

So richtig verstehen sich alle nicht. Der Hund ätzt gegen die Katze, der Hahn hat immer etwas zu meckern - doch trotz aller Widrigkeiten setzen sie ihren Weg unermüdlich fort. Auch wenn manchmal der Tod als schwarzer Schatten vorbeischleicht und tiefer Nebel den Weg unsichtbar macht.

Wie schon im "satanarchäolügenialkohöllischen Wunschpunsch" schafft das engagierte Ensemble es, die Figuren als eigenständige Charaktere lebendig werden zu lassen.

Die Inszenierung von Uwe Serafin wird für Kinder ein riesiger Spaß sein - und für Erwachsene eine spannende Geschichte, die an die Notwendigkeit von Menschenfreundlichkeit und Courage erinnert. "Geh Deinen Weg" könnte die Geschichte auch überschrieben sein.

Am Sonntag ist in Platenlaase Premiere. Noch sind Karten an der Abendkasse erhältlich. Weitere Aufführungen gibt es dann an folgenden Terminen:

3. Dezember, 15.00 + 20.00 Uhr
4. Dezember, 15.00 + 20.00 Uhr
10. Dezember, 15.00 + 20.00 Uhr
11. Dezember, 15.00 + 20.00 Uhr

Fotos:  Nebelfoto: Marion Kollenrott / Alle anderen Fotos: Annett Melzer




Fotos

2016-11-26 ; von Angelika Blank (autor),
in Platenlaase 15, 29479 Jameln, Deutschland

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