Riesenbetrug mit Bio-Eiern - hunderte Betriebe unter Verdacht

Offenbar wurde ein Skandal um Millionenfachen Betrug mit Bio-Eiern über ein Jahr vor der Öffentlichkeit geheim gehalten: Wie das Nachrichtenmagazin "SPIEGEL" berichtet, missachten offenbar hunderte Landwirtschaftsbetriebe systematisch die Vorschriften bei der Haltung von Legehennen - und bringen die Eier dennoch als "Bio"-Eier in den Handel.  

Vor dem Hintergrund dieses von der Staatsanwaltschaft Oldenburg verfolgten „Riesenbetrugs mit Bio-Eiern“ warnt die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) vor einem weiteren Vordringen von „Agrarindustrie-Bio“-Konzernen. Der Großteil der „Bio-Eier“ in den Supermärkten stamme längst von  Großunternehmen wie Tiemann-Wiesengold-Deutsche Frühstücksei, Fürstenhof-Behrens, Hennenberg, Hofreiter oder Eskildsen, die bäuerliche Anbieter verdrängten und bald prägend für die Bio-Richtlinien werden könnten.

Die AbL forderte Bio-Verbände wie Bioland oder Demeter auf, sich endlich klar mit einem echtem „Bauernhof-Bio“ bei den Verbrauchern zu profilieren. Verbände wie Naturland oder Biopark seien aufgerufen, sich rasch von agrarindustriellen Investoren in ihren Reihen zu trennen und Obergrenzen für Tierbestände und Herden zu beschließen. Ökologischer Landbau und eine artgerechte Tierhaltung seien nur in flächengebunden, mittelständisch-bäuerlichen Strukturen mit überzeugten Bio-Bauern möglich.

Problematisch: Betriebsteilungen zwischen konventionell und bio

Dem widersprächen diametral die Öffnungsklauseln in der EU-Öko-Verordnung, die Betriebsteilungen zwischen konventionell und bio sowie einen relativ hohen Anteil von zugekauften Dünge- und Futtermitteln zuließen und zudem hinsichtlich der Tierhaltungsregeln weit hinter den Bioverbänden zurückblieben.

Es sei höchste Zeit, so AbL-Agrarindustrie-Experte Eckehard Niemann, für eine europaweite Kampagne zur Angleichung der zu laschen EU-Öko-Verordnung an die Standards bäuerlicher Bioverbände mit Kreislaufwirtschaft und wirklich artgerechter Tierhaltung. Auch die Biobauern seien aufgerufen, sich verstärkt an der gesellschaftlichen Bewegung des Bürgerinitaitiven- und Verbände-Netzwerks „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ zu beteiligen. 

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2013-02-24 ; von pm (autor), asb (autor),

landwirtschaft   verbraucherschutz   massentierhaltung  

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