Thema: castor2011

Wissenschaftlicher Dienst: Unsicherheit über Strahlen-Messwerte

Kürzlich kritisierte der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages, dass der bevorstehende Castor-Transport nach Gorleben möglicherweise nicht hätte genehmigt werden dürfen. Grund ist nach Ansicht der Autoren die Unsicherheit, ob durch den zusätzlichen Atommüll im Zwischenlager Gorleben Strahlungsgrenzwerte überschritten werden.

 

Nach Einschätzung der Wissenschaftlichen Dienste wirke die Auswertung des niedersächsischen Umweltministeriums „wenig überzeugend“ und „unwissenschaftlich“. So fehle etwa eine „kritische Auseinandersetzung mit Unsicherheiten und Fehlergrenzen“.

Bereits im August hatte nach Medieninformationen die Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS) vor "hohen Unsicherheiten" im Meßverfahren gewarnt, die "vom niedersächsischen Umweltministerium relativ unwissenschaftlich" behandelt worden seien. Dies belege ein interner Vermerk der GRS vom 30. August 2011.

Am 31. Oktober stellte das Niedersächsische Umweltministerium dann den Abschlussbericht der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) vor, die zu dem Schluss kam, dass auch mit dem anstehenden Castor keine Überschreitung der vorgeschriebenen Strahlen-Grenzwerte eintreten werde. Ob die Bedenken der GRS zwischen dem 30. August und dem 31. 10. vom Niedersächsischen Umweltministerium bei der Entscheidung über die Genehmigung des anstehenden Castortransport berücksichtigt wurden, bleibt unklar. Ebenso unklar ist zur Stunde, welche Ministerien/Behörden an einem Fachgespräch am 30. 08. teilgenommen haben, welches die GRS an diesem Tag geführt haben soll.

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2011-11-22 ; von asb (autor),

castor2011  

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