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Auf der Suche nach Gas: Erlaubnis verlängert

Bei Prezelle sucht die Geo Explorations Technologies bereits seit Januar 2014 nach Kohlenwasserstoffen. Nun wurde die Erlaubnis für drei Jahre verlängert.

Für Aufregung sorgt derzeit die Verlängerung der "Aufsuchungserlaubnis" für die Geo Exploration Technologies (GET), in einem 160 km² großen Gebiet bei Prezelle zu prüfen, ob es dort Erdöl oder Erdgas gibt.

Wie ein Sachbearbeiter beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) bestätigte, gelten für die Verlängerung die gleichen Bedingungen für die vorhergehende Erlaubnis, die bis zum 31.12. 2019 befristet war.

Das heißt: Die GET darf lediglich durch Akten- oder Datendurchsicht prüfen, ob es sich lohnt, weitere Tätigkeiten in dem Bereich durchzuführen. Bohrungen oder konkrete Maßnahmen am Boden sind nicht erlaubt. "Wenn konkrete Tätigkeiten begonnen werden sollen, so muss die Firma einen Betriebsplan erstellen, der dann vom LBEG genehmigt werden muss," so der LBEG-Sachbearbeiter.

Üblicherweise gehört zu einer solchen Genehmigung auch ein Beteiligungsverfahren und gegebenenfalls eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Ein Grund (von mehreren) für die Verlängerung ist wohl auch, dass es bisher nicht gelungen ist, Eigentümer zu finden, die eine Untersuchung auf bzw. unter ihrem Grundstück erlauben.

Übrigens: das genehmigte Aufsuchungsgebiet reicht auf einer Seite bis zu 400 m an den Erkundungsbereich im Salzstock Gorleben heran.

Verlinden: Aufsuchungserlaubnis für Prezelle nicht zeitgemäß

Unterdessen formiert sich der Widerstand für weitere Untersuchungen auf Erdgas oder Erdöl.

Julia Verlinden, grüne Bundestagsabgeordnete: „In einer Zeit, wo der Abschied von den fossilen Energien auf allen Ebenen höchste Priorität hat, sollte auch das Land Niedersachsen keine weiteren Erkundungsbohrungen für Öl und Gas mehr ermöglichen, weder im Wendland, noch im Rest Niedersachsens. Stattdessen ist ein konkreter Ausstiegsplan für die Förderung und Nutzung von Erdöl und Erdgas notwendig. Außerdem ist die Förderung von Öl und Gas so schnell wie möglich zu beenden und die Wärmeversorgung effizienter zu gestalten sowie auf Solarthermie, Wärmepumpen oder Bioenergie umzustellen.“

Informationsveranstaltung in Prezelle

Gegner der Untersuchungen in Prezelle befürchten, dass hier womöglich das höchst umstrittene Frackingverfahren angewandt werden soll.

Die Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) Lüchow-Dannenberg kritisiert die Verlängerung: "Während auf Regierungsebene von „Klimaschutz“ schwadroniert wird, sorgen die Bergämter für die Eröffnung neuer Treibhausgasquellen. Nach Angabe der GET will diese in den nächsten drei Jahren zwischen dem Lemgow und Schnackenburg eine Erdölbohrung abteufen. Diese Bohrung sollte bereits im Jahr 2019 nahe Schletau in der Gemeinde Lemgow realisiert werden, allerdings erklärten alle Grundbesitzer in Schletau und weitere in umliegenden Dörfern, dass sie keine Grundstücke zur Verfügung stellen würden. Dadurch wurde die GET ausgebremst.

Ein Bündnis von Bürgerinitiativen und Arbeitsgemeinschaften gegen Fracking will am Dienstag, dem 28. Januar in einer öffentlichen Veranstaltung über die Gefahren durch Fracking und das aktuelle Geschehen in Prezelle informieren. 

Wann? Dienstag, 28. Januar, 19 Uhr

Wo? Dorfkrug (Rondeler Straße 2), 29491 Prezelle

Grafik: Querschnittdarstellung eines Frackingverfahrens

 



2020-01-28 ; von Angelika Blank/pm (text),
in 29491 Prezelle, Deutschland

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