Der für Gorleben bestimmte Castor-Transport soll nach Informationen von Atomkraftgegnern am Freitag, den 7. November um 18.29 Uhr im französischen Valognes starten. Valognes ist der Verladebahnhof der Plutoniumfabrik La Hague in der Normandie.
Laut Fahrplan soll der Atommüll-Zug am Samstag, den 8. November in der Mittagszeit an der französisch-deutschen Grenze zwischen Lauterbourg und Wörth – in der Nähe von Karlsruhe – ankommen. An der Verladestation im wendländischen Dannenberg wird der Zug im Laufe des 9. November erwartetet. Der Straßentransport zur oberirdischen Zwischenlagerhalle in Gorleben ist für den Morgen des 10. November vorgesehen.
Es werden elf Behälter vom französischen Typ TN85, gefüllt mit hochradioaktiven Glaskokillen, auf die Reise zum Zwischenlager im niedersächsischen Landkreis Lüchow-Dannenberg geschickt. Der Verwendung des französischen Behältertyps ist nötig, weil in diesem Jahr noch stärker strahlender Atommüll transportiert wird, für den die bisherigen
deutschen Castor-Behälter nicht ausgelegt sind. Das Genehmigungsverfahren für einen neuen deutschen Behältertyp zieht sich hin, weil wichtige Sicherheitsnachweise nicht erbracht werden konnten.
Atomkraftgegner haben anlässlich des Transportes Proteste angekündigt. Unter anderem wird es am 8. November eine Großdemonstration in Gorleben geben. Am 9. und 10. November sind Blockadeaktionen auf der Transportstrecke geplant.
„Wenn die Bundesregierung Atommüll durch die Lande schickt und für Jahrzehnte in einer Lagerhalle abstellen will, durch die der Wind pfeift, die Suche nach einem Endlager für gescheitert erklärt und gleichzeitig über Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke nachdenkt, muss sich nicht wundern, wenn die Bevölkerung dagegen protestiert“,meint Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Initiative X-tausendmal quer.
Foto: Markus Golletz, 12 Castorbehälter passieren den "Bahnhof Leitstade" (2005)