Thema: göhrde

Göhrde-Morde: Wer kennt diese Gegenstände?

Im Frühjahr 2018 hatte die "Einsatzgruppe Göhrde" das Haus des mutmaßlichen "Göhrde"-Mörders Kurt-Werner Wichmann aufwändig durchsucht. Dabei sind über 200 Gegenstände und Spuren gefunden worden, die für die weiteren Ermittlungen wichtig sind.

Nach den zahlreichen Pannen bei früheren Ermittlungen wurden die Ermittlungen im Fall des sogenannten "Göhrde-Mörders" vergangenes Jahr wieder intensiviert. So wurde zum Beispiel die "Einsatzgruppe Göhrde" zum 1. April 2019 auf acht Mitarbeitende aufgestockt. Außerdem wurde bei der Polizeidirektion eine Sondergruppe eingesetzt, die sich ausschließlich mit "Cold Cases" beschäftigt.

Im April 2018 wurde unter Mitwirkung zahlreicher und zum Teil externer Spezialisten auf dem ehemaligen Grundstück und im ehemaligen Haus von Kurt-Werner Wichmann nach Spuren und Gegenständen im Zusammenhang mit möglichen weiteren Taten und eines möglichen Mittäters gesucht. Wichmann gilt als Verantwortlicher für den Mord an Birgit Meier und den zwei Doppelmorden in der Göhrde.

Von den rund 400 sichergestellten Gegenständen sind 217 Gegenstände und Spuren nach erster Prüfung als kriminaltechnisch untersuchungsrelevant eingestuft und dem Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen in Hannover zur Untersuchung zugesandt worden.

"Erste Gutachten aus dem LKA liegen vor. Bisher hat sich aus diesen Rückmeldungen kein entscheidender Hinweis ergeben. Dennoch helfen die Antworten aus dem LKA um die Ermittlungen zielgerichtet und konzentriert weiterzuführen," so der Leiter der Ermittlungsgruppe, Jürgen Schubbert.

Informationen zu den gefundenen Gegenständen und Spuren sowie weitere Ermittlungsergebnisse wurden im Sommer vergangenen Jahres Polizei-Dienststellen zugänglich gemacht. Bis zum 7. Mai wurden danach aus dem gesamten Bundesgebiet 236 ungeklärte Tötungsdelikte und Vergewaltigungen mitgeteilt, die im Zusammenhang mit dem "Göhrde-Mörder" stehen könnten

Noch ist nicht endgültig geklärt, inwieweit die anderen ungeklärten Fälle Kurt-Werner Wichmann zugeordnet werden können. Um die gefundenen Gegenstände und Spuren besser einschätzen zu können, bittet die Polizei nun die Öffentlichkeit um Mithilfe. "Ab sofort sind auf der Internetseite der Polizeidirektion Lüneburg zahlreiche Bilder von Asservaten eingestellt und können öffentlich eingesehen und abgeglichen werden", hofft Polizeisprecher Mathias Fossenberger auf weitere Hinweise. Diese Gegenstände sind über den Link: https://www.pd-lg.polizei-nds.de/startseite/ abrufbar.

Im Oktober 2018 wurde der Polizei Lüneburg außerdem bekannt, dass auf einem Lüneburger Dachboden ein Koffer aufgefunden wurde, der im Zusammenhang mit den sogenannten Göhrdemorden stehen könnte. In diesem Koffer befanden sich u. a. zwei Schusswaffen sowie ein
persönliches Dokument. Überprüfungen durch das LKA in Hannover ergaben, dass es sich bei der einen Schusswaffe um einen Revolver mit vermutlich abgesägtem Lauf handelt, der aufgrund der durchgeführten Veränderung schussfähig für Kleinkalibermunition ist. In diesem Zusammenhang finden weitere Abgleiche beim Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden statt.

Foto | Polizeidirektion Lüneburg: Auch diese auffälligen roten Stiefel gehörten zu den Fundstücken auf dem Grundstück von Kurt-Werner Wichmann. Die Polizei hofft, durch die Veröffentlichung der Bilder weitere Hinweise auf die ehemaligen Besitzer der Fundstücke zu bekommen.
 




2019-05-16 ; von asb/pm (text),
in 29473 Göhrde, Deutschland

göhrde   mord  

Kommentare

    Sie müssen registriert und angemeldet sein um einen Kommentar schreiben zu können